Nordumfahrung verzögert sich

Landkreis - Landrat Martin Bayerstorfer glaubt nicht mehr, das Planfeststellungsverfahren für die Nordumfahrung noch heuer in Gang setzen zu können. Dafür will er, dass die ED 99 Staats- oder sogar Bundesstraße wird.

Die Geschichte der Nordumfahrung Erdings von Unterstrogn bei Bockhorn am Kronthaler Weiher vorbei bis zur Flughafentangente begann im Juni 2007, als der Landkreis die Planungen übernahm. Mittlerweile steht eine Trasse fest, zahlreiche Varianten wurden geprüft, von der Kreisverwaltung und dem Staatlichen Bauamt Freising aber als ungeeignet verworfen. An sich wollte Bayerstorfer 2013 das Planfeststellungsverfahren beantragen. In einem Pressegespräch der Kreis-CSU musste er jetzt zugeben: „Heuer werden wir es wohl nicht mehr schaffen, ich rechne eher mit Frühjahr 2014.“

Diese Verzögerung führt er auf Gegner der Nordumfahrung zurück, die Experten zur Baugrunduntersuchung nicht auf ihre Grundstücke lassen wollten. Hier musste Zwang angewendet werden, was laut dem Landrat einige Monate Zeit gekostet hat.

Bayerstorfer erwägt, eine Heraufstufung der Kreisstaße ED 99 zur Staats- oder sogar zur Bundesstraße zu beantragen. „Die Belastung und die Funktion der Strecke als neue Ost-West-Verbindung zum Flughafen und zur A 92 würden das in jedem Fall rechtfertigen. Ich kenne Bundesstraßen, auf denen erheblich weniger Verkehr ist“, so der Kreischef.

Für Planfeststellungsverfahren, an deren Ende die General-Baugenehmigung steht, veranschlagen Experten zirka drei Jahre. Bei der ED 99 dürfte das angesichts des Widerstandes vor allem in Teilen Langengeislings und in Bockhorn nicht anders sein. Dennoch sieht der Landrat juristischen Auseinandersetzungen gelassen entgegen. „Durch die Prüfung und das Hinzuziehen etlicher weiterer Varianten haben wir möglichen Verfahren vorgegriffen.“ Nur wenige Straßenbauvorhaben seien „bereits im frühen Stadion derart intensiv abgewogen worden“. Das könnte Prozesse stark abkürzen.

Für Erdings Oberbürgermeister Max Gotz ist die Nordspange alternativlos. „Betrachtet man die zunehmende Verkehrslawine auf der Anton-Bruckner-Straße, dann muss etwas geschehen.“ Zwar werde durch diese Verbindung die Stadt nur um zirka 4000 Fahrzeuge in 24 Stunden entlastet. „Aber die Gegner müssen akzeptieren, dass in diese Prognose eingerechnet ist, wie viel Ausweichverkehr abgesaugt wird, der momentan durch die Wohngebiete rollt“, so der OB.

Beide Politiker glauben, dass die Finanzierung zu bewältigen ist. „Es gilt nach wie vor die Zusage, für die ED 99 die höchstmögliche Förderung des Freistaates von bis zu 80 Prozent zu erhalten“, sagt der CSU-Kreisvorsitzende. Sein Stellvertreter ergänzt, dass auch die Stadt ihren Beitrag leisten werde. „Das gilt für die ED 99 anteilsmäßig genauso wie für die volle Kostenübernahme für innerstädtische Anbindungen parallel zur Alten Römerstraße auf Fliegerhorstgelände sowie für eine Stichstraße am Kronthaler Weiher vorbei.“ Die sei zwingend erforderlich, um den Kies-Schwerlastverkehr aus der Freisinger Siedlung zu bekommen.

ham

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