„Rückbau der St 2331“: Diese Worte auf dem Plan verheißen Ruhe an der Alten Römerstraße. Von Berglern her wäre eine Durchfahrt nicht mehr möglich. Die „Nordanbindung“ würde Durchgangsverkehr aufnehmen. grafik: staatliches bauamt

Nordumfahrung: Zwei Kreisverkehre vor Langengeisling

Erding - Mindestens drei Mal werden Autos bei den Anschlüssen der Nordumfahrung an andere Straßen in Kreisel geschickt - zwei davon liegen vor Langengeisling.

Um die 45 Millionen Euro wird die Nordumfahrung Erding je nach Ausführung kosten. Die Endsumme hängt auch von der Zahl und Ausführung der Knotenpunkte ab. Bei den derzeit favorisierten Süd-Varianten sind zunächst vier Einschleifungen in andere Straßen nötig: in die Flughafentangente Ost, in die Staatsstraße 2331 Richtung Berglern, die 2082 Richtung Tittenkofen und die B 388 nach Taufkirchen.

Beim Anschluss an die B 388 zwischen Unterstrogn und Hecken bleiben nach der Sitzung des Ausschusses für Struktur, Verkehr und Umwelt am Montag zwei Varianten im Rennen: Zunächst eine zweistöckige Lösung mit einem Kreisverkehr in zwei bis drei Metern Höhe über dem Gelände, unter dem die Bundesstraße in vier Metern Tiefe hindurchgeführt wird.

Diese Gestaltung empfahl Stefan Otzmann, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, den Kreisräten insbesondere wegen des geringeren Flächenverbrauchs. Die Alternative, eine „linksliegende Trompete“ im gleichen Bereich, würde mit innen liegenden Flächen 53 000 Quadratmeter benötigen. Der Doppelstöcker nur 26 000 Quadratmeter, er ist aber mit 3,35 Millionen Euro teurer als die Trompete (2,75 Mio.).

Noch kostspieliger wäre eine zweite Alternative, die das Bauamt nach dem Willen des Ausschusses weiterplant (4 Mio. e.). Dabei käme ein weiterer Kreisverkehr an der Kreuzung der Nordumfahrung mit der ED 20 zwischen Unterstrogn und Grucking hinzu. Über diese Kreisstraße würden alle Autos von Bockhorn oder vom Südosten Erdings auf die Umgehung geführt - und umgekehrt. Die Gabelung an der B 388 würde nur der Verkehr von und nach Taufkirchen passieren.

Gegen die Festlegung auf diese Varianten stimmten Hannelore Seeger (Grüne) und Stephan Treffler (ÖDP) - allerdings wegen grundlegender Bedenken gegenüber der Nordumfahrung. Seeger kritisierte: „Wir denken immer nur an Straßen“ - und nicht an weitergehende Verkehrskonzepte. „Damit treffen Sie nicht die Sorgen und Nöte der Menschen“, konterte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) dieses Argument.

Etwa 20 Kreisräte, die nicht Mitglieder des Strukturausschusses sind, waren unter den Zuhörern. Ebenso Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner, der nach seiner Meinung befragt die prinzipielle Kritik seiner Kommune an der Nordumfahrung erneuerte: „Der Querverkehr wird immer durch unser Gebiet gehen, als einzige Gemeinde in der Region.“

Einen klaren Beschluss fasste der Ausschuss zu den Anbindungen an die Staatsstraßen 2082 und 2331. Dazu sollen jeweils Kreisverkehre nahe Langengeisling gebaut werden. Diese vom Bauamt empfohlene Variante ist mit 4,55 Millionen Euro die günstigste und verbraucht am wenigsten Fläche. Vier weitere Entwürfe für mit bis zu drei oder zwei Kreiseln plus „Trompete“ Richtung Berglern hätten zwischen 5,95 und 7,3 Millionen Euro gekostet. Voraussetzung für all diese Knotenpunkte ist allerdings die Realisierung einer der Süd-Trassen. Die Mitte-Trassen sind nicht offiziell verworfen worden, werden aber „nachrangig“ behandelt.

Alle aktuellen Planskizzen für die Verknüpfung der Staatsstraße 2331 mit der Nordumfahrung haben eines gemeinsam: Aus Richtung Berglern ist keine direkte Einfahrt nach Langengeisling möglich. Diesen Durchgangsverkehr soll die so genannte Nordanbindung aufnehmen, also eine neue Parallelstrecke zur Alten Römerstraße durch das Fliegerhorst-Gelände. Ihre Realisierung ist allerdings ungewiss, die Kosten kämen zur bisherigen Gesamtsumme dazu. Josef Biller (CSU) fragte die anwesenden Fachplaner, ob sie die Auswirkungen auf Nebenstrecken durch Eichenkofen oder am Kronthaler Weiher vorbei untersucht hätten. Sie kämen dann als Schleichwege in Frage. Dabei mussten die Experten passen.

Die Mehrheit stimmte für die Festlegung auf die zwei Kreisverkehre. Treffler und Seeger waren aus den gleichen Beweggründen dagegen wie schon zuvor. Die beiden SPD-Räte drückten mit ihrer Ablehnung ihre grundsätzliche Kritik an der Vorgehensweise aus. (Timo Aichele)

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