Notorischer Dieb klaut bei BMW Open

Moosinning - Vier Monate auf Bewährung mit der Auflage einer stationären Therapie hat ein Münchner für den Diebstahl eines Fahrrades bekommen.

Dreister geht es nicht: Am Morgen verurteilte das Amtsgericht München einen 44-jährigen Ladendieb zu einer Geldstrafe, am Nachmittag besuchte er das Golfturnier in Moosinning und versuchte ein Fahrrad zu klauen. Stark alkoholabhängig, leidet der Münchner außerdem an einem Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom (ADS). Dementsprechend schwierig gestaltete sich die Verhandlung am Amtsgericht Erding.

Am selben Tag, an dem sich der Hartz-IV-Empfänger bei einem Prozess in München wegen des Diebstahls einer DVD-Box im Wert von 89 Euro zu verantworten hatte, zog es ihn nach Moosinning. Zum Spazierengehen, erklärte er. Dort nahm er ein unversperrtes Fahrrad vom Parkplatz des Golfplatzes mit, auf dem gerade die BMW Open stattfanden.

Der Münchner fragte gerade den Busfahrer, ob er mit dem Drahtesel einsteigen dürfe, als der Eigentümer des Fahrrads kam und seinen Besitzanspruch anmeldete. Dreist behauptete der 44-Jährige allerdings, es handele sich um sein Rad, obwohl ihn das Opfer auf eine Reparaturstelle hinwies. Erst als nach Anruf eines Security-Mitarbeiters der BMW-Open die Polizei kam, behauptete der Angeklagte das Fahrrad gefunden zu haben. Dabei blieb er auch im Gericht: Das Fahrrad im Wert von rund 200 Euro habe in einem Maisfeld gelegen: „Für mich war das herrenlos.“

Der Münchner ist seit Jahrzehnten alkoholabhängig, und nicht zuletzt wegen seines Verhaltens vor Gericht mochte die Staatsanwältin wenig auf seine Ausflüchte geben. Sie forderte für den Bewährungsversager eine Vollzugsstrafe von sechs Monaten, die nicht mehr zu Bewährung ausgesetzt werden könne. Eigenen Angaben zufolge lebt der Angeklagte jedoch seit drei Monaten abstinent. „Das ist eine kurze Unterbrechung, keine Abstinenz“, erklärte Richterin Yvonne Folk.

Das Gericht berücksichtigte aber, dass der Angeklagte derzeit in ambulanter Behandlung und zu einer stationären Therapie angemeldet ist. Um ihm die wohl letzte Chance nicht zu verbauen, verurteilte Richterin Folk den 44-Jährigen zu vier Monaten Freiheitsstrafe, die im Hinblick auf die Therapie zur Bewährung ausgesetzt wurde. Diese darf der Münchner, so die Auflage des Gerichts, ohne ausdrückliche Zustimmung der Bewährungshelferin jedoch weder verlassen noch beenden. (gse)

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