„Die Artenschutzprüfung steht noch aus“

Notzing - Auch die Haushaltsdebatte im Kreistag war am Montag die Arena für eine Diskussion über den Notzinger Weiher. „Hier wurden von Ihnen wieder Fakten geschaffen“, kritisierte Ulla Dieckmann (SPD) den Landrat. Bei der aktuellen Umsetzung der über 20 Jahre alten Idee eines Jugendzeltplatzes seien die Jugendverbände nicht einbezogen worden, erklärte sie. Auch stellte sie die Frage: „Passt an diesem Platz die Infrastruktur, die Anbindung?“

Er wolle nichts „vom Tisch haben“, wie Dieckmann gesagt hatte, erwiderte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Vielmehr wolle er das Projekt voranbringen. Über den ursprünglich vorgesehenen Standort am Kronthaler Weiher habe er im intensiven Austausch mit der Stadt Erding gestanden. Diese habe dort bauplanungsrechtlich die Voraussetzungen geschaffen. „Aber man braucht auch den Grund“, sagte Bayerstorfer. Es sei aber „nicht möglich, die Fläche zu einem symbolischen Preis zu bekommen“. Schließlich müsse der Landkreis nicht nur den Grundstückskauf finanzieren, sondern dann auch die Umsetzung.

Nach Gesichtspunkten des Naturschutzes sei die kritisierte Pflegemaßnahme nicht zu beanstanden, meinte der Landrat. Weder der tatarische Hartriegel, den dort ein Kleingartenbesitzer angepflanzt habe, noch Fichten im Uferbereich seien schützenswert gewesen. Die Fläche grenze nicht an den Badeweiher und sei 2004 vom Landkreis erworben worden. Das Hauptareal befindet sich dagegen schon seit 1966 in Kreisbesitz.

„Auf der Westseite haben wir vier Hybrid-Pappeln entfernt“, berichtete Anton Euringer, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, den Kreisräten. 40 weitere würden dort aber noch stehen. Eine endgültige naturschutzfachliche Beurteilung sei noch nicht möglich, erklärte Euringer zur Verträglichkeit des Jugendzeltplatzes. „Die Artenschutzprüfung steht noch aus.“ Kriterien seien dabei unter anderem die Schutzbedürfigkeit und der Landschaftscharakter. „Wir wissen noch nicht einmal, wie das Vorhaben genau aussieht.“ Die Planungen beginnen nun.

Am Ende werde es auch um eine Güterabwägung zwischen Naturschutz und Jugendförderung gehen, sagte Euringer. Es gebe auch die Möglichkeit einer Befreiung, erklärte er. „Das ist aber ein langwieriges Verfahren.“  ta

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