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Im Kindergarten Notzing ist jeder gleich. Einrichtungsleiterin Simone Thalhammer möchte die Kinder bereits in jungen Jahren zum toleranten Umgang miteinander erziehen. 

Kindergarten Notzing

Hier darf Laura aus der Reihe tanzen

Notzing – Inklusives und integratives Arbeiten gehört immer mehr zu modernen Kindertagesstätten. Ein Beispiel dafür ist der Kindergarten Notzing.

Laura tanzt öfter aus der Reihe. Das wissen die 16 Kinder der Bienengruppe im Kindergarten Notzing – und es ist für alle in Ordnung. Erzieherin Simone Thalhammer hat den Mädchen und Buben im Kindergarten erklärt: Laura (Name geändert) verhält sich manchmal anders. Während also die 16 Bienen gemeinsam in den Tag starten, gelingt esLaura nur für kurze Zeit, sich auf Thalhammers Fragen zu konzentrieren. Sie steht auf und geht im Zimmer auf und ab. Die Blicke der übrigen Kinder huschen zu Laura, doch schnell widmen sie sich wieder dem Morgenkreis.

Bereits in ihrem jungen Alter von drei bis fünf Jahren hätten die Kinder gelernt, Laura in ihrer Individualität zu akzeptieren, meint Kindergartenleiterin Simone Thalhammer. Laura gilt als integratives Kind. Im Stellenschlüssel der Einrichtung geht sie mit einem Gewichtungsfaktor von 4,5 ein. „Dieser Faktor entspricht drei regulären Plätzen, weil Laura sozusagen dreimal so viel Aufmerksamkeit braucht“, erklärt Thalhammer.

Ob und inwiefern das Mädchen an einer Verhaltensstörung leidet, ist noch unklar. Fakt ist hingegen: Laura fühlt sich pudelwohl und wird auch von den anderen Kindern eingebunden.

Genau das ist das Ziel, das das pädagogische Personal mit der integrativen Arbeit verfolgt. „Dadurch, dass wir ein kleines Haus mit wenig Kindern sind, ist es uns möglich, einzelne Kinder speziell zu fördern. Die anderen Kinder übernehmen so Verantwortung und lernen, zu respektieren und zu akzeptieren“, sagt Thalhammer. Derzeit ist lediglich ein integrativer Platz vergeben. Der Erfolg sei jedoch deutlich sichtbar, denn auch Laura habe sich weiterentwickelt.

Nicht nur integrativ möchte man in Notzing arbeiten. Seit mehreren Jahren liegt auch auf der inklusiven Tätigkeit der Fokus. Schon ihre Vorgänger hätten erkannt, dass sich die Gesellschaft ändert.

Neue Anforderungen an Väter und Mütter

„Für mich ist das hier eine spannende Herausforderung“, erklärt die 31-jährige Erzieherin, die die Leitung vor zwei Jahren übernommen hat. Als inklusiv gelten auch Mädchen und Buben, die jünger als drei Jahre sind, oder Flüchtlingskinder. Junge Asylbewerber werden derzeit nicht in Notzing betreut, unter Dreijährige hingegen einige. Sie belegen den Platz von zwei regulären Kindern. „Die Anforderungen an die Eltern haben sich deutlich geändert. Viele können nicht zu Hause bleiben, obwohl sie gerne würden“, weiß Thalhammer.

In diesem Fall können sie auf Unterstützung des Kindergartens hoffen. Für Eltern Zweijähriger bietet sich die Gelegenheit, den Nachwuchs an drei Vormittagen pro Woche an den Kindergarten zu gewöhnen. Und auch für die Älteren sei das ein Vorteil. „Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie den Kleineren helfen.“

In Zukunft möchte man in Notzing vermehrt integrativ und inklusiv tätig sein. Nur so könne man den Anforderungen eines modernen Kindergartens gerecht werden, meint die Leiterin. „Allerdings denke ich, dass jeder Kindergarten unbewusst bereits inklusiv arbeitet. Seit Kurzem wird lediglich einfach der Begriff immer weiter verbreitet.“

Tag der offenen Tür

ist am Samstag, 14. Januar, ab 14 Uhr. Anmeldungen für das Jahr 2017/18 sind bis 17 Uhr möglich.

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