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Ein Kreuz für jeden gefällten Baum: Gemeinsam rammten Sabine Lanzner, Maria Scheday, Gabriele Betzmeir, Axel Klemmer, Antje Wenzel, Simon, Brigitte Wenzel, Leyla Rababah, Xaver, Tim, Cathrin Hausmann, Matthias Fein und Fer dinand die Marterl an der Freisinger Straße zwischen Notzing und Moosinning in den Boden.

Protestaktion des Bund Naturschutz

Marterl für gefällte Bäume

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Notzing - Mit einer Protestaktion fordert der Bund Naturschutz Erding mehr Baumschutz an Straßen. Bunte Kreuze weisen auf gefällte Bäume hin.

Eine Protestaktion zweier Kindergruppen der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) Erding gegen gefällte Straßenbäume hat am Samstag an der Kreisstraße ED 5 in der Nähe der Einfahrt zum Notzinger Weiher für Aufmerksamkeit gesorgt. „Hier an der Freisinger Straße zwischen Moosinning und Notzing sind etwa 20 wertvolle alte Mehlbeeren der Säge zum Opfer gefallen“, beklagte Sabine Lanzner.

Ein Sturm hatte vor wenigen Monaten einen kranken Baum abgeknickt, daraufhin wurden mehrere Bäume an der Strecke gefällt. Die Naturschützer bezweifeln, dass alle so krank waren, dass sie den Straßenverkehr gefährdet hätten. „Statt Autofahrer zu bremsen oder andere Schutzmaßnahmen zu installieren, werden die Bäume abgesägt“, sagte Lanzner. Mit der Aktion fordern die Naturschützer generell einen konsequenteren Baumschutz.

Schließlich reinigen die Bäume nicht nur die Luft, sondern dämpfen die vom Asphalt reflektierte Hitze, spenden Schatten und geben Vögeln, Insekten und anderen kleinen Tieren einen Lebensraum.

Eingeladen waren die BN-Kindergruppen „Erdinger Parkranger“ unter Regie von Sabine Lanzner und die „Frechdachse“ Oberding mit ihrer Leiterin Brigitte Wenzel. Die Mädchen und Buben legten sich mächtig ins Zeug. Sie bemalten die von Lanzner mitgebrachten Holzlatten, nagelten sie zu Marteln zusammen und verpassten den Kreuzen noch Botschaften wie „Wieder ein Baum weg“, „Bäume tot = Menschen tot“ oder ironisch „Für freie Fahrt“ mit einem skizzierten Auto. Aber auch „Kinderzimmer weg“ – in Bezug auf den Wohnraum der Insekten, die früher in den Bäumen ein Zuhause hatten. Kleine Bilder der Lebewesen, die auch an den Kreuzen Platz fanden, sollen ebenfalls zum Nachdenken anregen.

Für die Kinder war die Aktion trotz des ernsten Hintergrundes ein Spaß. Simon (8) kam mit seinem Vater Matthias Fein und war mit Werkzeuggürtel nebst Akkuschrauber, Nägeln und Zange voll ausgerüstet. „Die Bäume sind zwar nun schon weg, aber es ist gut, wenn die Kinder mit den Kreuzen zeigen, wie hier Lebensraum zerstört wurde“, sagt sein Vater. Auch Antje Wenzel, die mit Xaver Huber (ebenfalls 8) kam, sieht das ähnlich. „Die Aktion soll die Aufmerksamkeit wecken“, sagte die junge Frau.

Dass die Marterl auffallen werden, steht außer Frage. Lanzner betont, dass mit den Kreuzen keinesfalls die Gefühle der Angehörigen von Verkehrstoten verletzt werden sollen. Dennoch sei es dringend nötig, auch auf den Baumschutz hinzuweisen.

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