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Solidarisch mit dem Naturschutzgedanken der Aktion erklärte sich Norbert Hufschmid (r.) mit seiner Unterschrift auf der Liste im Erdinger Tagwerk-Markt. Die Initiatoren Christine Hargasser de Castro sowie Ulrich und Ingrid Sixt freute das.

Unterschriftenaktion gegen Jugendzeltplatz

Notzinger Weiher: „Nicht dieser Kahlschlag“

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Notzing – Rund 100 Menschen haben bereits unterschrieben. Die Initiatoren einer Protestaktion gegen den Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher hoffen auch noch mehr Unterstützung.

Der geplante Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher und die damit verbundene Abholzungsaktion erregen die Gemüter. Seit zwei Wochen läuft eine Unterschriftenaktion dagegen. Nach Angaben der Initiatoren haben bereits 100 Menschen unterschrieben. Den Protest gegen die Planungen wollen das Notzinger Ehepaar Sixt und ihre Mitstreiterin Ingrid Hargasser de Castro an Landrat Martin Bayerstorfer übergeben.

„Das war eine Nacht- und Nebelaktion, die rechtlich höchst bedenklich ist“, erklärt Ulrich Sixt. Schließlich bestehe in Landschaftsschutzgebieten das generelle Verbot, überhaupt Bäume oder Sträucher zu entfernen. Da gebe es eng begrenzte Ausnahmen, sagt der Steuerrechtsanwalt mit Kanzlei in Erding.

Das Argument der Verkehrssicherung lasse er nicht gelten. „Wenn ich in einen wilden Wald gehe, ist es vollkommen absurd, zu sagen: ,Da besteht eine Gefahr für mich.‘“ Pflegemaßnahmen seien ja in Ordnung, meint er, „aber nicht dieser Kahlschlag“.

„Am nächsten Tag war der Holzhaufen weg“, berichtet Hargasser de Castro, „das sollte niemand sehen“. Dafür habe er auf dem Areal eine „riesige Maschine“ beobachtet, erzählt Sixt, „die offenbar den Auftrag hatte, das Gelände zu planieren“. Nun seien Spuren der Abholzung getilgt.

„Das Grundstück müsste unbedingt wieder aufgewertet werden“, fordert seine Frau Ingrid Sixt. Auf jeden Fall müssten die vier gefällten alten Silberweiden wieder aufgeforstet werden, erklärt die pensionierte Oberstudienträtin. Sie ist überzeugt: „Ein Landrat, der gegen den Landschaftsschutz verstößt, müsste verurteilt werden.“

„Ich bin der Meinung, die Sache liegt ziemlich klar da“, sagt der 77-jährige Jurist über die rechtliche Lage. So lange das Gebiet ein Landschaftsschutzgebiet sei, dürfe dort weder eine solche Abholzung geschehen noch ein Jugendzeltplatz gebaut werden. „Wegen der Tier- und Pflanzenwelt können die das nicht tun“, ist Hargasser de Castro überzeugt.

Schon 1991 standen das Ehepaar Sixt und Hargasser de Castro an der Spitze einer Protestbewegung rund um den Notzinger Weiher. Damals gab es Überlegungen, das ganze Areal zu renaturieren. „Das Paradoxe ist ja, dass der Weiher damals so schützenswert war, dass man die Badegäste sogar komplett vertreiben wollte“, erzählt Hargasser de Castro.

Besonders ärgert die pensionierte Lehrerin der Hauptschule Erding „die Heimlichtuerei, mit der das Ganze über die Bühne gegangen ist“. Bereits im August habe sie am Weiher eine Gruppe von Landratsamtsmitarbeitern, „bewaffnet mit Notitzblöcken und Stiften“, beobachtet. „Auf unsere Frage, was da wohl auf das Badegelände zukomme, sagte man wörtlich, man wolle es für die Badegäste aufhübschen“, erzählt die Erdingerin. Monate lang herrschte Stillschweigen. Erst im Umweltausschuss des Kreistages am 21. November erfuhr die Öffentlichkeit von dem geplanten Jugendzeltplatz. Wenige Tage später wurde ausgeholzt.

Die Initiatoren argumentieren mit dem Umweltschutz, aber auch mit den Belästigungen, die sie durch den Jugendzeltplatz erwarten: Lärm, Müll, Grillfeuer. „Am Notzinger Weiher gibt es ja kein Jugendverbot. Die dürfen ja da sein“, meint Ulrich Sixt. Für ein Jugendzeltplatz sei es aber der falsche Ort.

Die Unterschriftenlisten

liegen auf in Erding bei Tagwerk und im Café Krönauer, in Notzing in der Metzgerei Lobermeier und im Gasthof Kandler, beim Friseur Fischer in Aufkirchen sowie im Goldach Markt in Goldach.

Timo Aichele

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