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Viel zu lachen hatte das Publikum im vollbesetzten Sportheim.

105 Jahre FC Schwaig – Kabarettabend

Hopsende Hipster und Schnapsflascherl in den Vereinsfarben

Der FC Schwaig lud seine Mitglieder zum Kabarettabend ins Sportheim ein. Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Kabarettist Marco Vogl.

Schwaig Auf den Tag genau 105 Jahre nach der Vereinsgründung lud der FC Schwaig seine Mitglieder zum Kabarettabend ins Sportheim ein. Angelehnt an das Gründungsjahr begann die Veranstaltung standesgemäß um 19.13 Uhr, neben kostenlosem Eintritt gab es für die rund 100 Gäste auch noch exakt 105 Liter Freibier vom Erdinger Weißbräu sowie eigens abgefüllte und liebevoll etikettierte Likörfläschchen in den Schwaiger Vereinsfarben Grün und Rot. Damit wollte sich der Vorstand für die Unterstützung und das Vertrauen der FCler bedanken.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Kabarettist Marco Vogl. Schnell hatte er die Aufmerksamkeit des Publikums, berichtete der Niederbayer doch davon, dass er zugunsten des Abends sogar einen Auftritt in der Olympiahalle abgesagt hatte – und das „für stolze 6000 Euro“. Als ihm seine Mutter dann aber erklärt habe, dass die Familie keine 6000 Euro übrig habe, habe sich der Alternativplan relativ schnell zerschlagen.

Vogl sollte es jedenfalls nicht bereuen, den Weg ins Erdinger Moos gewählt zu haben, denn die Schwaiger erwiesen sich als gut gelauntes und dankbares Publikum, das zu keiner Zeit mit Lachern oder Applaus geizte. Und so gab es jede Menge Interaktion zwischen dem Kabarettisten und den Leuten vor der Bühne, obgleich man Vogls Vorschlag der gegenseitigen Vorstellung aller Menschen im Saal dann doch nicht nachkommen wollte.

Der Altdorfer ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und berichtete launig aus seinem Alltag. Etwa über die neue Generation von Halloween-Kindern (in seinen Worten: „Guadl-Bettler“), die sich ausschließlich mit laktosefreien und veganen Bonbons abspeisen lassen würden. Außerdem erfuhren die Anwesenden, dass Vogl Feiertage aufgrund ausgedehnter Verwandtschaftsbesuche hasst, und warum man es tunlichst vermeiden sollte, Fremde grundlos zu grüßen („…de werd ma nämlich nimmer los“).

Des Weiteren erzählte er von seiner schweren Kindheit, in der er aufgrund ausgeprägter Rockstar-Attitüden seine Blockflöten-Karriere abbrechen musste, und in der ihm, dem früher äußerst schmal Gebauten, „die Enten das Brot nachgschmissen“ haben.

Als der 42-Jährige schließlich noch ein Original-Foto von sich in einem erbärmlichen Frosch-Kostüm zeigte, reagierte das Publikum wie gewünscht mit nicht ganz ernst gemeinten Mitleidsbekundungen. Dann erklärte Vogl, warum man moderne Vollbartträger auch mal treten dürfe („Dann hopst er, der Hipster…“), und dass Rucola eigentlich nichts anderes als umgetaufter Löwenzahn sei.

Ebenfalls nicht verschont wurde die Lokalpolitik. So machte sich Vogl über Besuche bei Neugeborenen, unnötig zelebrierte Spatenstiche sowie den Umgang mit neuerster Technik im Rathaus lustig. Die anwesenden stellvertretenden Bürgermeister Anton Nußrainer und Franz Schweiger jun. nahmen ihm das aber nicht krumm und stimmten lautstark in das allgemeine Gelächter mit ein.

Überhaupt war die Stimmung im Vereinsheim des FC Schwaig bestens, und das sollte auch so bleiben, bis der Kabarettist nach etwa eineinhalb Stunden mit seinem Programm durch war. Mit den gut gemeinten Ratschlägen, Mutters Hühnersuppe als Allheilmittel einzusetzen und zur Vorbeugung möglicher Erkrankungen die Nieren auch stets gut zu spülen, entließ der Kabarettist schließlich sein begeistertes Publikum unter tosendem Applaus in die Nacht. Rainer Hellinger

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