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„Die zwei Damen und der Skater“ heißt das Werk, das Roger Löcherbach für Neuching geschaffen hat.

3. Holzbildhauersymposium

Schweißtreibend und inspirierend

Mit dem 3. Holzbildhauersymposium hat heuer ein kulturelles Mammutprojekt seinen Abschluss gefunden. Initiator Wolfgang Fritz zog zufrieden Bilanz.

Oberding – Wolfgang Fritz war am Freitag der Stolz ins Gesicht geschrieben. „Wer mir einen Landkreis findet, in dem alle 26 Gemeinden so an einem Strang ziehen, dem spendier’ ich einen Kasten Tannenzäpfle“, verkündete er bei der Abschlussveranstaltung des Holzbildhauersymposiums auf dem Ortsplatz in Oberding. In der Tat. Es war der Schlusspunkt eines gewaltigen Projekts, das der Bildhauer initiiert hatte. Bei drei Symposien – 2013 in Wartenberg, 2015 in Isen und heuer in seiner Heimatgemeinde Oberding – sind Skulpturen entstanden, die im ganzen Landkreis zu sehen sind.

Erfahrbar sind diese Kunstwerke auf der „Skulptour“, drei Radwanderwegen mit einer Länge von 80, 55, und 60 Kilometern. 21 Künstler hätten bei den drei Veranstaltungen mitgewirkt und seien „hautnah“ zu erleben gewesen, rechnete Fritz vor. Das Ganze sei mit einem Etat von 160 000 Euro zu realisieren gewesen, weshalb sein Dank an Sponsoren und öffentliche Zuschussgeber ging. Sogar europäische Mittel aus dem Leader-Programm seien mobilisiert worden.

Schmunzeln musste Fritz darüber, dass es bei allen drei Symposien einen „Aufreger“ gegeben habe. Die „Nackerten“ von Steinkirchen, 2015 der angeblich „perverse Kirchturm“ von Buch (der später ökumenisch den kirchlichen Segen erhielt) und heuer die Standort-Debatte in Finsing. Er sah das positiv: „Das gehört alles dazu, das ist eine gute Werbung.“

Der Initiator erinnerte aber auch daran, dass die Gemeinden, die das Symposium ausgerichtet haben, die Hauptlast tragen. „Die haben das alles super gemeistert, da kann man nur dankbar sein“, sagte er über die Kommunen.

Bürgermeister Bernhard Mücke zollte den Künstlern Respekt. „Mir ist schon beim Zuschauen der Schweiß über den Rücken gelaufen“, sagte er. Doch Mücke war nicht der einzige Zaungast. Allein elf Schulklassen seien gekommen, erzählt der Bürgermeister. Als Schreinermeister ist er vom Fach und ging auf die Sicherheitskleidung ein, die manche trotz der Hitze tapfer getragen hätten, aber: „Ich habe noch nie Sicherheits-Sandalen gesehen.“ Da kam Gelächter auf.

Mücke ermunterte die Gäste zu einem „Beifall der Stufe drei“ für die vielen Ehrenamtlichen und die geduldigen Nachbarn, die zehn Tage lang für die Kunst das Heulen der Kettensägen erduldet haben. „In Oberding ist was passiert“, stellte Hans Wiesmaier vom Bayerischen Gemeindetag in seinem anschließenden Grußwort fest. „Bei der Eröffnung hat er noch übers Geld gejammert, und jetzt stellt er einen Blanko-Scheck für ein Helferfest aus“, sagte er mit einem verschmitzten Grinsen über seinen Bürgermeisterkollegen. Der Rundgang durch die aufgestellten fertigen Kunstwerke und das anschließende gemeinsame Abendessen ließ das Symposium bei Musik der Finsinger Blaskapelle ausklingen.

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