Volles Haus in der Mehrzweckhalle. Die Gastgeber vom Singkreis Erdinger Moos traten ebenso auf wie die vereinseigenen Mooskitos, die Chöre „Viva la Musica“ und „Soli Deo Gloria“ sowie der Musikverein Bleichen. Die Zuhörer waren begeistert und sangen teilweise mit.

90 Jahre Singkreis Erdinger Moos 

„Die klingende Visitenkarte der Gemeinde“

Kontinuität wird beim Singkreis Erdinger Moos groß geschrieben. 90 Jahre erklingen die Stimmen des Chors. Und auch an der Spitze gehört jahrzehntelanges Engagement zum guten Ton. Das wurde groß gefeiert.

Oberding – Der Singkreis Erdinger Moos hat am Samstag mit einem großartigen Konzert seinen 90. Geburtstag begangen. Bei Grußwort verriet Landrat Martin Bayerstorfer dem amüsierten Publikum in der Mehrzweckhalle Oberding, dass er drei Sorten von Terminen kenne: solche, wo man hin müsse, solche, wo man hin könne, und solche, wo man hin wolle. Das Jubiläum gehöre zweifellos zu letzteren. „Nichts läuft von alleine, also braucht man Verantwortliche.“ Damit war der Landrat beim Vorsitzenden Werner Fleschütz, der seit 1995 an der Spitze steht.

Für ihn hatte Marion Vogel sogar Gedichtverse verfasst: „Er singt nicht nur, er plant und schafft, mit seiner Hände Arbeitskraft, bringt die Getränke brav herbei und tut auch sonst noch vielerlei. Der Fleschütz Werner ist der Mann, den man nur stets bewundern kann.“ Der solchermaßen Gelobte blieb aber auch bei diesem Fest bescheiden im Hintergrund.

Dabei kam er auch dem Schirmherren, Bürgermeister Bernhard Mücke, nicht aus, der die Festversammlung erst einmal enttäuschen musste: „Singen kann ich nicht.“ Dichten ebenso wenig, aber immerhin waren die Verse auf Fleschütz Mückes Auftragsarbeit. Den Singkreis nannte der Bürgermesiter die „klingende Visitenkarte der Gemeinde Oberding“. Auffällig seien vor allem die große Beständigkeit in Vereinsführung und Chorleitung, meinte der Rathauschef. So sei es bezeichnend, dass Boogie-Woogie-Zauberer Peter Heger erst nach einem Vierteljahrhundert den Taktstock aus der Hand gelegt hat. Sein Nachfolger Josef Weihnayr bekam während des Festes zu hören, dass von ihm eine ähnliche Amtszeit erwartet wird. Jung genug wäre er ja.

Heinz-Peter Bernert, Vizepräsident des Bayerischen Sängerbundes, nahm Mückes Wort von der „Zweiten Familie“, die der Chor darstelle, auf und meinte: „Beim Singen kann man nicht streiten. Singen ist das absolut friedlichste Hobby, das es gibt.“

Dem frönten die Zuhörer dann auch. Sie intonierten mit den Gästen von „Viva la Musica“ aus Vilsbiburg das bekannte Lied „Drunt’ in der grünen Au“, umgedichtet auf den Jubelverein und das Geschenk für ihn, ein Baum mit Würsten und Brezen dran. Der folgende Bayerische Kanon überforderte die Gäste im Saal hörbar, was dem Spaß aber keinen Abbruch tat.

Der Kinderchor Mooskitos unter Leitung von Regina Altmann-Weihmayr kam nicht ohne Zugabe von der Bühne. Seine Gründung 2005 war laut Mücke ein Meilenstein gewesen. Der Preis für die weiteste Anreise ging an die Freunde aus Bleichen (Kreis Günzburg): Der Musikverein spielte, wenn niemand sang. Das taten die Aktiven vom Jubelverein mehrfach.

Für Abwechslung sorgte der Männerchor Langenbach, dem nur Herren angehören, so wie es bei der Gründung des Singkreises 1927 auch dort gewesen war. Fast schon schüchtern wirkte da Guido Krutscher. Er kündigte den Beitrag des von ihm geleiteten Chors „Soli Deo Gloria“ mit den Worten „Es geht gleich schnell vorbei, es dauert nicht lange“ an. Der Chor hat seine Wurzeln auch in Oberding.

Von Klaus Kihn

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