Oberdinger kritisiert die Gemeinde

Ärger um Shuttle-Service

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Wenn die Gemeinde einmal etwas von ihm haben will, dann steht für den Oberdinger Georg Neumeier fest: Es gibt nichts. „Keinen Quadratmeter“ werde er abgeben. Das sei dann die Retourkutsche. Neumeier ist verstimmt, und zwar nach einer Entscheidung des Gemeinderats am Dienstagabend, der einstimmig seinen Bauantrag abgelehnt hat.

Oberding – Der Bürger betreibt am Kirchberg in Oberding einen Park- und Shuttleservice. Zudem hat er an der Hallbergmooser Straße in Schwaig sein Grundstück an einen weiteren Shuttleservice verpachtet. Neumeiers Wunsch war es jetzt, Letzteren von 71 auf 112 Stellplätze auszubauen und dafür den Standort in Oberding aufzugeben. Sein Erweiterungsantrag kassierte nun aber ein klares Nein von der Gemeinde. Zwei Gründe führt die Bauverwaltung an: Zum einen befinde sich die betroffene Fläche im Außenbereich, zum anderen im Vorranggebiet Flughafenentwicklung – sprich: Im Regionalplan ist festgelegt, dass solche Flächen von Bebauung freizuhalten sind.

Außerdem weist VG-Geschäftsführer Josef Steinkirchner auf Nachfrage unserer Zeitung darauf hin, dass die Gemeinde eine Grundsatzentscheidung getroffen habe, keine weiteren Parkflächen zuzulassen. „Das ist bauplanungsrechtlich nicht zulässig“, so Steinkirchner.

Auf 3000 Quadratmetern finden derzeit die Autos des Unternehmens in Schwaig Platz. Diese Fläche habe er schon mal vergrößern dürfen. Vor geraumer Zeit sei sie hergerichtet worden, und die Fahrzeuge standen derweil daneben auf der Wiese – auf den restlichen 2000 Quadratmetern des Grundstücks. Das Landratsamt hätte ihm daraufhin geschrieben, dass die Autos dort weg müssten und empfohlen, einen Bauantrag auf Erweiterung zu stellen.

So kam Neumeier überhaupt erst auf eine Idee: Die 2000 Quadratmeter, sagt er, hätten ihm genau für die Fahrzeuge seines Oberdinger Unternehmens gereicht. Dann hätte er dieses aufgeben können – zum Vorteil der Nachbarschaft mitten im Ort, da die Situation dort verkehrstechnisch entlastet würde. So würden auch nicht mehr zwei Shuttle-Services angesteuert werden. Und der Standort in Schwaig sei im Gegensatz zu dem in Oberding ideal. „Ich habe nicht viel verlangt“, sagt Neumeier. Er habe „keinen Größenwahnsinn“ und insgesamt ja nichts vergrößern wollen.

Dass der Gemeinderatsbeschluss einstimmig ausgefallen ist, hat ihn enttäuscht. Einzelne Räte hätten ihm gegenüber nämlich durchaus Verständnis geäußert. Die Gemeinde vergrößere fleißig Gewerbegebiete, „wenn aber ein Einheimischer was vorlegt, machen sie ein Gschieß draus“, schimpft Neumeier.

Rubriklistenbild: © dpa

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