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In nur zwei Tagen zum Laufen gebracht: die Brennmeister Werner Ippisch (l.) und Stefan Hofmann in der Brennerei. 

Alkoholproduktion für Desinfektionsmittel

Alte Brennerei reaktiviert: Corona-Schutz aus Oberding

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Not macht erfinderisch. Für viele Arztpraxen, Heime, Kliniken und Hilfsorganisationen ist es schwer, ausreichend Desinfektionsmittel zu bekommen. Oberdings Feuerwehrkommandant und Kreisbrandinspektor Lorenz Huber zauberte kurzerhand einen Trumpf aus dem Ärmel: Er wusste, dass die seit dem Frühjahr 2013 stillgelegte Brennerei in Oberding in einem guten technischen Zustand ist. Sie wurde nun reaktiviert.

Oberding –  Huber sprach mit Bürgermeister Bernhard Mücke und der mit Landrat Martin Bayerstorfer. Beide gaben sofort Grünes Licht. Die Brennereigenossenschaft Oberding reaktivierte die Brennmeister Werner Ippisch und Stefan Hofmann, die innerhalb von zwei anstrengenden Tagen die Anlage zum Laufen brachten. Bereits am Samstag wurde einer der vier Gärbottiche – erst mal zur Hälfte – befüllt und der Herstellungsprozess gestartet. „Alle Dichtungen und Leitungen sind okay“, so Ippisch. Später folgten die anderen drei Behälter.

Jeder Bottich kann 22 000 Liter Maische aufnehmen. Daraus können nach circa 72 Stunden 2300 Liter Ethanol destilliert werden, was weitere je sechs Stunden dauert. Die in der Genossenschaft beteiligten Landwirte liefern als Rohstoff Kartoffeln. „Es sind ausreichend vorhanden. Wenn alle Stricke reißen, können wir auch Getreide verwenden“, erklärt Hofmann, der von seinem Arbeitgeber Erdinger Weißbräu extra für den wichtigen Job von der Arbeit freigestellt wurde.

Seit Dienstag wird der Alkohol in sogenannte IBC-Container mit 1000 Liter Fassungsvermögen abgefüllt und an einen Ort, der hier nicht verraten werden soll, verfrachtet. Dort fügt Stadtapotheker Armin Braun die sonstigen Zutaten zur Bereitung zum Desinfektionsmittel hinzu. Danach wird an die Abnehmer verteilt.

Keine Probleme gibt es bei der Herstellung mit dem Zoll. Bayerstorfer hat das als Verantwortlicher unbürokratisch mit der Behörde geklärt. Diese wird sich in den nächsten Tagen ein Bild von der Alkoholproduktion in Oberding machen. 

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 NORBERT SIMMET

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