Hart ist der „Finnentest“ auch ohne Atemschutzgeräte: Tobias Wagenstetter (l.) und Ferdinand Wiedl von der Feuerwehr Dorfen mühen sich mit Vorschlaghammer und Lkw-Reifen ab. Foto: Kuhn

Kreisfeuerwehrtag

Arzt warnt: Junge Aktive oft nicht fit genug

Oberding – Körperliche Fitness ist für Feuerwehrleute unerlässlich. Doch gerade die jüngeren Aktiven scheinen oft nicht so fit zu sein, schlägt Kreisfeuerwehrarzt Jörg Jakob Alarm.

Feuerwehrleute müssen fit sein. Sind sie gar Atemschutzgeräteträger, ist fehlende körperliche Leistungsfähigkeit obendrein objektiv gefährlich. Doch Kreisfeuerwehrarzt Jörg Jakob aus Ottenhofen macht eine andere alarmierende Erfahrung: „Je jünger die Feuerwehrangehörigen sind, desto schlechter scheint die Fitness zu sein.“ Bei der Verbandsversammlung anlässlich des Kreisfeuerwehrtags in Oberding wurde er deutlicher: „Ich halte das für ein echtes Problem. Wenn ich streng nach den Kriterien der Berufsgenossenschaft urteile, verlieren wir ein Drittel aller Atemschutzgeräteträger. Das geht natürlich gar nicht.“

Beim Kreisfeuerwehrtag wurde nun ein Fitnesstest vorgeführt, der aus Finnland kommt. Die Österreicher haben ihn bereits übernommen und zur Pflicht gemacht. Der „Finnentest“ besteht aus fünf Stationen: Es sind 200 Meter zurückzulegen, davon die Hälfte mit zwei Kanistern mit je 16 Kilo Gewicht. Man muss 180 Treppenstufen steigen – je 90 auf- und abwärts. Ein 50 Kilo schwerer Lkw-Reifen ist mit einem sechs Kilo schweren Vorschlaghammer drei Meter vorwärts zu schlagen. Neben einem einfachen Hindernisparcours gilt es noch, einen Feuerwehrschlauch aufzurollen, ohne dass das hintere Ende sich bewegt.

Der Kreisfeuerwehrarzt erklärte, dass die Herzfrequenz der Probanden überwacht werde. Werde diese zu hoch, sei das ein Zeichen für Überlastung. Beim Kreisfeuerwehrtag waren es 17-jährige Jugendfeuerwehrleute, die die Vorführung übernahmen.

Schon dabei seien bei einem Teilnehmer Trainingsmängel zutage getreten. Hier könne, sagte Jakob auf Nachfrage, Sport im Feuerwehrdienst eine wirksame Abhilfe sein. „Das steht und fällt aber mit der Freiwilligkeit“, warnte er. Dass die Wartenberger Kameraden einen Fitnessraum eingerichtet und einen echten Profi als Betreuer engagiert haben, freute ihn. „Die Isener machen das auch so ähnlich“, berichtete er. Tatsächlich gehen die Isener auch schon mal auf die Laufstrecke. Von einer anderen Möglichkeit, die Kameraden fit zu halten, berichtete Natalie Kienmüller-Stadler von der Feuerwehr Langenpreising: Hier haben Feuerwehrler Vergünstigungen in einem Fitnessstudio, und die Feuerwehr selbst hat Zeiten in der Schulturnhalle.

Den „Finnentest“ hält Günter Vogt, Kreisausbildungsleiter für Atemschutz, für eine ausgezeichnete Möglichkeit, eine Vorauswahl für die Atemschutzgeräteträgerausbildung zu schaffen. Allein die ärztliche Untersuchung koste je nach Abrechnung bis zu 200 Euro. „Das geht echt ins Geld.“

Klaus Kuhn

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