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Mit Lego-Robotern lernen Oberdinger Realschüler viel über Technik. Sie bauen sie zusammen und programmieren sie. Den Kurs leitet ein Trio, in dem der 17-jährige Max Ottmann mit Abstand der Jüngste ist.

Max Ottmann im Porträt

Auf den Spuren von Elon Musk: 17-Jähriger leitet Roboter-Kurs

Max Ottmann ist 17 Jahre alt und hat schon große Pläne: Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, eine Karriere wie Elon Musk. Derzeit zeigt das Technik-Ass seinen Mitschülern, wie Roboter funktionieren.

Unterstützt wird er von Lehrer Kilian Handlos und Student Cédric Mohler.

Oberding – Jeden Mittwoch bleibt Max Ottmann länger in der Schule. Während andere Jugendliche die Realschule in Oberding nicht schnell genug verlassen können, ist der Zehntklässler aus Moosinning gerne dort. Hier geht der 17-Jährige seiner großen Leidenschaft nach: Robotik, Technik und Computer. Zusammen mit dem Informatikstudent Cédric Mohler und Lehrer Kilian Handlos leitet Ottmann den Robotikkurs der Schule.

Seit der Kurs vor drei Jahren das erste Mal angeboten wurde, ist der Technik-Fan dabei, heuer erstmals als Leiter. „Ich hab aus Spaß gesagt, dass ich den Kurs auch selbst leiten kann, da ich ja schon so lange dabei bin“, erzählt Ottmann. Diese Chance hat Schuldirektor Martin Heilmaier sofort ergriffen. Im Kurs bauen Schüler ab der sechsten Klasse kleine Roboter aus Lego. In Gruppen arbeiten sie dann gemeinsam an der Programmierung der Geräte.

Oft nimmt der Kurs auch an Wettbewerben wie der First Lego League teil, bei dem die Roboter auf einem Spielfeld bestimmte Aufgaben lösen müssen. Der Kurs wird im Rahmen der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ angeboten, die das Interesse an den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördern soll.

Für Ottmann ist Roboterbauen eine leichte Übung, er beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit Naturwissenschaft und Technik. „Ich hab schon als kleines Kind mit Kabeltrommeln gespielt“, erzählt der 17-Jährige lachend. Mittlerweile widmet er sich anspruchsvolleren Aufgaben. So baut er beispielsweise Schaltungen oder programmiert Microcontroller. Und auch kaputte Haushaltsgeräte sind vor ihm nicht sicher.

„Mein Hobby kann aber auch teuer werden, vor allem wenn ich zum fünften Mal den gleichen Chip grille“, erzählt der Moosinninger schmunzelnd. Das Interesse an solchen Tätigkeiten liegt in der Familie. Opa Erwin Meier ist Elektriker, und auch sein Vater Carsten Ottmann sei technisch begabt, erzählt der junge Moosinninger. Nur seine 14-jährige Schwester Ina habe nicht so viel für Naturwissenschaften übrig.

Beschäftigt sich der 17-jährige gerade mal nicht mit seinen Technik-Projekten, spielt er Waldhorn an der Musikschule oder ist als Rettungsschwimmer bei der DLRG tätig. Ansonsten liest er Sachbücher auf Deutsch oder Englisch – natürlich am liebsten zum Thema Technik und Weltraum. „Meine Hobbys fressen viel Zeit, aber manchmal muss man auch einfach mal unproduktiv sein“, meint der 17-Jährige, der deswegen auch gerne mal auf seiner Spielekonsole zockt.

Ansprechpartner mit künstlicher Intelligenz: Roboterdame Josie Pepper kümmert sich um Fluggäste

Heuer macht Ottmann seinen Realschulabschluss. Danach möchte er auf der FOS das Abitur machen, um später ein Studium in Luft- und Raumfahrt zu absolvieren. Er kann sich durchaus vorstellen, dafür ins Ausland zu gehen. „Amerika wäre schon cool“, meint Ottmann. Auch Frankreich mit der Europäischen Weltraumorganisation wäre eine Option, allerdings spricht der 17-jährige kein Wort Französisch.

Diese Zukunftspläne bedeuten wohl, dass der Robotikkurs im nächsten Schuljahr einen seiner Leiter verlieren wird. „Ich würde den Kurs gerne weiter machen, ich mag die Truppe“, sagt Ottmann. Er befürchtet aber, dass er dafür keine Zeit mehr haben wird.

Sein Vorbild ist Elon Musk, der Gründer von Tesla und dem Raketenunternehmen SpaceX. Ottmann fasziniert vor allem, was Musk aus eigener Kraft erreicht hat. „Ich hab einfach Spaß daran, etwas dazu zu lernen und selber Neues zu entdecken.“ Hannah Wolf

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