17 Grundstücke umfasst die Änderung des Bebauungsplans Pfarrpfründestiftung in Aufkirchen.
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17 Grundstücke umfasst die Änderung des Bebauungsplans Pfarrpfründestiftung in Aufkirchen.

Planänderung ermöglicht Nachverdichtung in einem Bereich mit großen Grundstücken

Bauliche Zukunftsperspektive für Aufkirchen

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Die Wohnraumnot ist groß, die Grundstückspreise steigen und steigen. Im Kampf dagegen lautet für die Kommunen ein Stichwort Nachverdichtung. Die Gemeinde Oberding macht sich auf die Suche nach Potenzialen, nun knöpft sie sich den in die Jahre gekommenen Bebauungsplan Nr. 16 Pfarrpründestiftung in Aufkirchen vor. Demnächst können unter anderem die Bürger ihre Stellungnahme zu der Planänderung abgeben.

Aufkirchen - Zur örtlichen Einordnung: Der Plan umfasst 17 Grundstücke. Sie sind von der Straße Am Mitterfeld erschlossen und werden von der Kreisstraße aus über den Eichenring erreicht. Wie VG-Geschäftsleiter Josef Steinkirchner auf Nachfrage mitteilt, war ein Baugesuch Auslöser der Planänderung. Grund und Boden seien knapp, deshalb überprüfe die Gemeinde stets Möglichkeiten zur Nachverdichtung – wie jüngst auch in Schwaig.

Für einen einzelnen Antrag ändert die Gemeinde den Bebauungsplan nicht, sondern sie hat, wie nun in Aufkirchen, stets größere Bereiche im Blick, erklärt Steinkirchner. Ihm zufolge geht es auch darum, Bürgern Bauchancen zu verschaffen, die sie vielleicht erst in zehn Jahren nutzen werden. Eine Zukunftsperspektive bieten also.

Die 17 Grundstücke sind allesamt in Privatbesitz. Durch die Planänderung sollen bestehende Wohngebäude Erweiterungsmöglichkeiten erhalten. Auf großen und dafür vom Zuschnitt her geeigneten Grundstücken sollen zusätzliche Wohneinheiten geschaffen werden können. Wie Steinkirchner betont, geht es um eine moderate Verdichtung. „Zu dicht soll’s auch nicht werden, wir wollen den Charakter dort erhalten“, sagt Steinkirchner.

Die Gemeindeverwaltung verspricht, dass das Baurecht für auffallend große Bestandsgebäude nicht reduziert wird. Die Kommune will zudem die Wandhöhe mit einer Festlegung auf rund sechs bis sieben Meter vereinheitlichen. Die bestehende Einzelhausstruktur soll erhalten, künftig sollen auch Doppelhäuser ermöglicht werden. An den vorhandenen Grünflächen wird nicht gerüttelt.

Der Bebauungsplan ist bereits 35 Jahre alt, ein Anwohner hatte einen Änderungsantrag gestellt. Wegen der verhältnismäßig großen Grundstücke und vor dem Hintergrund des wachsenden Wohnraumbedarfs bei zugleich stark steigenden Grundstückspreisen will die Gemeinde nun handeln. Das Nachverdichtungspotenzial hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München untersucht.

Eine Änderung der Bayerischen Bauordnung sorgt noch für Unklarheit. Christian Kaiser (WG Oberding) erkundigte sich nämlich nach der Abstandsregelung: „Bleiben es wie bisher drei Meter zur Grundstücksgrenze?“ Die Fachleute im Rathaus seien sich dazu uneinig, laut Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU). „Die Änderung war ein Schnellschuss, und jetzt gibt es erste offene Fragen“, kritisiert er. Betroffen sei auch der Bebauungsplan an der Niederdinger Herrnstraße. „Und da stehen wir schon vor der Satzung“, sagt Mücke.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig den Aufstellungsbeschluss für die Planänderung gefasst. Einen Monat lang liegt sie nun zur Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Wer die Pläne vor Ort im Bauamt einsehen will, braucht wegen der Pandemie einen Termin. Die Unterlagen finden sich jedoch auch auf der Webseite der Gemeinde.

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