Achtung, Maibaum-Umleger! Am Dorfplatz wurde das 30 Meter hohe Oberdinger Prachtstangerl per Kran zuerst vorsichtig auf die Wiese gelegt.
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Achtung, Maibaum-Umleger! Am Dorfplatz wurde das 30 Meter hohe Oberdinger Prachtstangerl per Kran zuerst vorsichtig auf die Wiese gelegt.

Kontrolle bringt unschöne Neuigkeiten – Termin für Neuaufstellung offen

Besuch von der Säge: Faulstellen bringen den Oberdinger Maibaum zu Fall

  • VonOlaf Heid
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Es stehen nur noch knapp sechs Meter eines einst blau-weißen Prachtstangerls auf der Wiese vor dem Oberdinger Bürgerhaus. Die alljährliche, notwendige Kontrolle des Maibaumprüfers hatte bittere Folgen für das 30 Meter hohe Objekt. Es musste umgelegt und anschließend zerlegt werden.

Oberding - „Der Prüfer hatte vor knapp zwei Wochen Faulstellen entdeckt, sodass wir handeln mussten“, erläuterte Christian Kaiser, Maibaum-Beauftragter des Oberdinger Ortschaftsvereins. „Die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet. Da gab es eine Stelle, bei der man den Schraubenzieher beim Testen wie Butter reinstechen konnte. Bei extremem Wind hätte es gefährlich werden können, darum mussten wir schnell handeln.“

Kettensäge im Einsatz: Der Baum wurde von Georg Orthuber, Konrad Schmid und Sepp Huber (v. l.) zerlegt.

Gesagt, getan. Am Tag vor dem 1. Mai kam ein kleiner Trupp am Dorfplatz an der Hofmarkstraße zusammen. „Normalerweise ist das Umlegen ja immer mit einem Fest und vielen Helfern verbunden. Aufgrund Corona mussten wir heuer darauf verzichten und es mit möglichst wenigen Leuten durchführen“, so der 45-jährige Maibaum-Chef. Unter Einhaltung der Abstände wurde der Baum mithilfe eines Krans zur Sicherung umgelegt, anschließend von sieben Helfern aus dem Ort fachgerecht zersägt und nach Bedarf verteilt. „Aus den Stücken werden Bänke, Gartentische oder Unterteller für Blumen gemacht“, weiß Kaiser.

Normal wäre die Umlegung in der Ortschaft Oberding erst für 2022 angedacht gewesen. Zuletzt war 2018 ein Maibaum gekappt und im Jahr drauf ein neuer samt großem Ortsfest wieder in die Höhe gewuchtet worden. Nun erinnert nur noch ein Sechs-Meter-Stumpen, der als Symbol für die Maibaum-Tradition wieder aufgerichtet wurde, bis auf Weiteres daran. Denn der Termin für die nächste Aufstellung bleibt offen, wie Kaiser erläutert: „Erst müssen die Ortschaften Niederding, Aufkirchen und Schwaig, deren Termine im Vorjahr und heuer coronabedingt ins Wasser gefallen sind, nachziehen und neue Bäume aufstellen. Erst danach sind wir wieder dran. Welches Jahr genau, wissen wir noch nicht.“

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