Für reguläre Besuche gesperrt ist derzeit das Seniorenzentrum des Pflegesterns in Oberding.
+
Für reguläre Besuche gesperrt ist derzeit das Seniorenzentrum des Pflegesterns in Oberding.

Sieben geimpfte Kräfte müssen in Quarantäne

Personalengpass wegen eines positiven Corona-Tests: Besuchsverbot im Oberdinger Seniorenheim

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
    schließen

Wegen einer positiv getesteten Pflegekraft ist es zu einem Personalengpass im Oberdinger Pflegestern-Seniorenzentrum gekommen. Die Folge: Seit 23. März gilt ein Besuchsverbot, was bei Angehörigen mitunter für Unmut sorgt. Wenn es gut läuft, könnten die Türen pünktlich zum Osterwochenende wieder offen stehen. Gewiss ist das aber nicht.

VON MARKUS SCHWARZKUGLER

Rund 90 Prozent der 40 Bewohner und 41 Mitarbeiter in der Oberdinger Einrichtung sind bereits geimpft worden. Wie Alois Stöckl vom Qualitätsmanagement mitteilt, ist das bei der Mitarbeiterin, die positiv getestet wurde, allerdings nicht der Fall. Sieben weitere Mitarbeiter – alle geimpft – wurden in der Folge vom Gesundheitsamt als Kontaktperson eins eingestuft. Sprich: Sie mussten in Quarantäne. Zu allem Überfluss kam noch hinzu, dass sechs weitere Kollegen anderweitig krank waren. Folglich fehlte auf einmal rund ein Drittel des Personals.

Die Registrierung der Besucher mit allen Sicherheitsvorkehrungen musste nun hintanstehen. „Man muss eine Risikoabschätzung machen. Der Schutz der Bewohner steht an erster Stelle. So steht’s in der Notfallregelung Pandemie“, sagt Stöckl. Entsprechend ist die Pforte aktuell nicht besetzt, Besucher sind nicht zugelassen. Man konzentriert sich auf die Versorgung der Bewohner. Am Begriff „Besuchsverbot“ stört sich Stöckl allerdings. Sterbebegleitung sei nämlich nach wie vor erlaubt. Er könne den Unmut Angehöriger aber nachvollziehen.

Am Freitag habe das Gesundheitsamt eine Reihentestung unter Mitarbeitern und Bewohnern durchgeführt: alle negativ, entsprechend entspannt sei nun die Lage.

Der Pflegestern steht in engem Austausch mit dem Amt und hält sich strikt an alle Vorgaben, versichert Stöckl. Die sieben Mitarbeiter in Quarantäne sind zwar allesamt geimpft. Die Bayerische Allgemeinverfügung unterscheide jedoch nicht zwischen geimpft und nicht geimpft. Also ist die Vorgabe klar: ab in die Quarantäne – auch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen wie Schutzmasken und weiterer Schutzausrüstung.

Über diese Regelung „könnte man schon grübeln“, findet Stöckl. Aber die Vorgabe sei eben da. „Das ist eine politische Entscheidung“, stellt er klar.

Das Ende des Besuchsverbot rückt allmählich näher. Allerdings ist noch nicht klar, ob die positiv getestete Pflegerin ein mutiertes Virus in sich trägt. Bei einer Mutante muss man in jedem Fall 14 Tage in Quarantäne bleiben, handelt es sich um die „normale“ Version, kann man sie schon nach zehn Tagen verlassen – wenn man einen negativen PCR-Test vorlegt. Wenn die Mitarbeiter zurück sind, sagt Stöckl, könnten Besucher wieder zugelassen werden. Je nach Virusart stellt er die Termine Gründonnerstag, 1. April, oder Ostermontag, 5. April, in Aussicht.

Damit personaltechnisch zumindest die Versorgung der Bewohner wie gehabt aufrechterhalten werden kann, zieht das Haus Mitarbeiter aus anderen Pflegestern-Einrichtungen ab, baut auf Zeitarbeitsfirmen oder holt Kollegen aus dem Urlaub zurück. „Es ist toll, wie sich unser Personal in dieser schwierigen Zeit vorbildlich verhält“, lobt Stöckl.

In diesem Fall sei es nun eben so, dass die positiv Getestete nicht geimpft war. „Bei uns sind fast alle dabei. Aber es gibt keine Impflicht, und das muss man akzeptieren“, betont Stöckl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare