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Im Interview mit der Schülerzeitung: Magdalena Neuner (M.) mit (v. l.) Yannick Müller, Joshua Hanf, Maxima Stübinger und Amelie Müller.

Ex-Biathletin plaudert aus dem Nähkästchen

Magdalena Neuner verzaubert Oberdinger Realschüler

Oberding – Lieblingsfächer, Tipps gegen den Schweinehund und vieles mehr verriet die ehemalige Top-Biathletin Magdalena Neuner in der Realschule Oberding.

Ganz nah an einem echten Star war am Mittwoch ein ganzes Klassenzimmer voller Oberdinger Realschüler. Magdalena Neuner war gekommen, um eine Spende für den Irmengard-Hof in Empfang zu nehmen – ein Projekt für Familien schwerkranker Kinder (wir berichteten). Davor hatten die Klassensprecher und das Team der Schülerzeitung Gelegenheit, die frühere Top-Biathletin näher kennen zu lernen. „Ich wollte etwas von meinem Glück zurückgeben“, erzählte sie über ihre Motivation für das Engagement als Schirmherrin des Hofs.

Die Björn Schulz Stiftung, die den Irmengard-Hof am Chiemsee betreibt, habe ihr sofort zugesagt, „weil ich selbst in der Familie einen nahen Verwandten gehabt habe, der schwerst behindert war. Ich bin mit ihm aufgewachsen wie mit einem Bruder.“ Das habe sich auf das gesamte Familienleben ausgewirkt. „Ich war mit meinen Eltern zusammen nur dreimal überhaupt im Urlaub“, berichtete die 29-Jährige, die mittlerweile selbst Mutter einer fast zweijährigen Tochter ist. Daher stehe sie voll hinter dem Irmengard-Hof, der Familien schwerstkranker Kinder Auszeiten ermöglicht.

Die Sportlerin und Werbeikone wurde ihrem Ruf absolut gerecht. Sie kam sympathisch und unverstellt rüber, erwies sich aber auch als Medienprofi. Die Frage von Rektor Martin Heilmaier, ob eine Fragerunde der Schülerzeitung in Ordnung sei, bejahte Neuner lächelnd. „Da habe ich schon ganz andere Interviews erlebt.“

Also legten die Jung-Redakteure Yannick Müller, Joshua Hanf, Maxima Stübinger und Amelie Müller los. Erst einmal bauten sie das Diktiergerät auf dem Tisch auf und quetschten die Prominente aus. Erst einmal über ihre Schuljahre. So erfuhren die Jugendlichen, dass Sport, Musik und Deutsch Neuners Lieblingsfächer waren, sie aber wegen ihrer frühen Karriere als Leistungssportlerin oft Donnerstag und Freitag vom Unterricht befreit war.

Die Rolle des Sports in ihrem Leben habe nach dem Karriereende 2012 natürlich abgenommen. „In der aktiven Zeit habe ich elf Mal die Woche trainiert. Erst war es danach noch fünf Mal Sport. Aber dann hat meine kleine Tochter alles auf den Kopf gestellt.“ Jetzt sei ihr Sport Kinderwagen-Schieben und mit der Kleinen auf dem Fußballplatz herumtoben.

Die Schülerzeitungsmacher fragten auch nach einem „Tipp, wie man den inneren Schweinehund überwinden kann“. Neuners Rat: Daran denken, wie gut es einem etwa nach dem Sport geht. Auch das Thema Verzicht sprachen die Jugendlichen an. Natürlich verzichte man als Sportler zum Beispiel auch auf Alkohol und Partys. „Das hat mir aber nie gefehlt“, erzählte Neuner. Schlimm sei aber etwas anderes gewesen. „Ich musste als Leistungssportlerin oft auf meine Freunde und die Familie verzichten.“ Heute genieße sie es sehr, nicht mehr ständig in einem anderen Hotel aufwachen zu müssen.

Timo Aichele

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