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Halten vor Ort die Stellung : Verwaltungsleiterin Andrea Peis (l.) im Eittinger Kinderhaus mit dessen Leiterin Sabrina Erdmann und Stellvertreterin Veronika Voichtleitner.

Corona

„Die Kinder spüren das schon“: Notbetreuung im Kita-Verbund Erdinger Moos

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Homeoffice ist während der Corona-Krise für viele Arbeitnehmer eine gerne genutzte Möglichkeit. Es gibt jedoch Berufsgruppen, die von zu Hause aus ihrer Arbeit nicht nachgehen können. Dazu zählen Erzieher und Kinderpfleger.

Eitting/Aufkirchen/Oberding/Schwaig – In vielen Kinderhäusern sorgen sie derzeit für Notbetreuung – also für die Betreuung von Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten und sich zuhause werktags nicht um ihre Sprösslinge kümmern können. Andrea Peis, Verwaltungsleiterin im Kita-Verbund Erdinger Moos, berichtet aus dem Corona-Alltag ihrer vier Kinderhäuser in Aufkirchen, Oberding, Eitting und Schwaig.

350 Kinder besuchen im Normalfall die vier Einrichtungen, hinzu kommen 100 Mitarbeiter. Derzeit befinden sich jeweils im Schnitt täglich zwei bis drei Kinder in den Häusern, berichtet Peis. In allen vier Einrichtungen des kirchlichen Trägers findet Notbetreuung statt. In etwa halb so viel Personal wie sonst üblich sei vor Ort, es gebe keine Kurzarbeit. Für die derzeit angesetzte fünfwöchige Schließung der Kitas bis nach den Osterferien habe jeder Mitarbeiter acht Tage Sonderurlaub inklusive Fortzahlung des Entgelts gewährt bekommen. Außerdem können Mehrarbeit und Resturlaub abgebaut werden, sagt Peis. „Die Mitarbeiter sollen circa 14 Tage von den fünf Wochen im Dienst sein“, sagt Peis. „Sie finden, das ist eine faire Regel.“

„Die Stimmung beim Personal ist gut“, sagt Peis. Es habe nun Zeit für andere Tätigkeiten, etwa Konzepte zu überarbeiten oder daran zu feilen, wie man neue Kinder in der Einrichtung bestmöglich eingewöhnt.

Das Personal trage keinen Mundschutz, diesbezüglich gebe es keine Vorgaben. „Wir haben Glück mit großen Personalräumen“, sagt die 38-jährige Sozialmanagerin zum Thema Einhaltung des Sicherheitsabstands von 1,5 bis zwei Metern. Ein Problem sind dahingehend allerdings die kleinen Krippenkinder im Alter von 13, 14 Monaten. Denn sie verstehen die Situation freilich noch nicht. Sie müssen weiterhin beispielsweise auf den Schoß genommen werden.

Und wie ist die Stimmung unter den wenigen Schützlingen? „Die Kinder spüren das schon. Ihnen gehen die Kinder ihrer eigenen Gruppe ab“, berichtet Peis.

Versuch der Normalität

Der Alltag der Notbetreuung sieht zum Teil aus wie das Standardprogramm. Soll heißen: Singen, Brettspiele, all das findet weiterhin statt. Außerdem werden die Mädchen und Buben in die nun anfallende Arbeit einbezogen, zum Beispiel beim Kochen. „Unser Caterer liefert derzeit nicht“, sagt Peis. Die Reinigungskräfte seien derweil weiterhin aktiv und putzten nun eben auch mal das, was sonst vielleicht nicht vorrangig geputzt wird.

Die Kitas im Erdinger Moos sind zu den gewohnten Zeiten geöffnet. „Bei uns gibt’s halt kein Homeoffice. Das geht bei der Betreuung der Kinder nicht“, sagt Peis.

Auf seiner Internetseite informiert der Kita-Verbund unter anderem darüber, welche Berufe systemrelevant sind und welche Eltern damit ihr Kind in die Notbetreuung bringen dürfen. Das ändere sich ständig, so Peis. Die Eltern der notbetreuten Kinder kommen ihr zufolge vor allem aus dem Einzelhandel und dem medizinischen Bereich, Krankenschwestern oder Hebammen zum Beispiel.

Das größte Kinderhaus des Verbunds im Erdinger Moos ist übrigens St. Georg in Eitting mit 110 Kindern, das kleinste steht in Oberding mit 90 Kindern.

Markus Schwarzkugler

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