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Gewerbegebiet in Schwaig.
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Die nächste Vorstellungsrunde im Gemeinderat Oberding

Schwaiger Firmen-Casting: Drei weitere Kandidaten fürs Gewerbegebiet

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Apartmenthaus, Medizintechnik oder vielleicht lieber Elektroinstallation? Recht verschiedene Unternehmen wollen in den Schwaiger Gewerbegebieten expandieren.

Oberding/Schwaig – Nächste Runde im großen Oberdinger Firmen-Casting: Für die Erweiterung der Schwaiger Gewerbegebiete an der Hallbergmooser Straße und Eichenstraße haben sich am Dienstag im Gemeinderat drei weitere, recht verschiedene Kandidaten vorgestellt. Die Unternehmer sind alle bereits vor Ort tätig.

Apartmenthaus

Einer von ihnen ist Cüneyt Akca. Der 51-Jährige betreibt einen Park- und Shuttleservice an der Sandstraße, der unter der Corona-Pandemie leidet. Der dreifache Vater möchte sich nun an der Hallbergmooser Straße neu aufstellen und ein Apartmenthaus errichten. Dieses soll – je nach Platz, der letztlich zur Verfügung steht – 25 bis 30 möblierte Apartments à 20 bis 25 Quadratmeter beinhalten. Pro Apartment berechnet Akca einen Stellplatz. Der Unternehmer sprach von einem innovativen Gebäude mit Photovoltaik-Anlage, E-Tankstelle und Carsharing und konnte sich einen Baubeginn 2021 vorstellen. Die Bauzeit schätzte er auf ein Jahr.

Cüneyt Akca (51) möchte in Schwaig ein Apartmenthaus errichten.

Gemeinderat Johannes Sandtner sprach die schwierige Lage für Boardinghäuser in Coronazeiten an. Akca, der bei der örtlichen Feuerwehr mit anpackt und schon Nachwuchstrainer beim FC Schwaig war, setzt jedoch bewusst auf den Begriff Apartmenthaus, das mit drei bis maximal zwei Wochen längere Vermietungszeiträume biete als ein Boardinghaus. Er denkt an Praktikanten, Pendler, Wochenend-Heimfahrer und Firmen vor Ort, die eventuell neues Personal für einen begrenzten Zeitraum „testen“ wollen.

Elektroinstallation

Experte für Elektroinstallationen ist dagegen Erhard Aicher. Er möchte an der Hallbergmooser Straße eine Halle mit Wohnhaus errichten. Die Halle dient für die Lagerung von Material und Maschinen. Sein Betrieb sei geräuschlos, betonte er. „Ich räume in der Früh nur ein und fahre dann auf die Baustelle.“ Derzeit hat Aicher, der bei einer Expansion seine Stunden als Abteilungsleiter an der TU Weihenstephan reduzieren würde, nur Platz in seiner eigenen und der Garage seiner Eltern.

„Ich kann mir vorstellen, in Schwaig eine Familie zu gründen“, warb Aicher, der mit seiner Freundin in einer Wohnung in Schwaig lebt. Aicher ist Mitglied in mehreren Vereinen im Ort und zum Beispiel Gruppenführer bei der Feuerwehr.

Medizintechnik

Der mit Abstand umsatzstärkste Unternehmer war diesmal Johann Maier von der U2 Holding GmbH, die im medizinischen Bereich tätig ist. Seit 2011 haben die Holding und Tochterfirma MKL ihren Sitz an der Schwaiger Eschenallee – zur Untermiete beim Logistikdienstleister Group7. Der nächste Entwicklungsschritt soll mit einer Expansion auf zwei Hektar Fläche an der Eichenstraße gegangen werden. Auch die Beteiligungstochter SMS medipool soll dort Platz finden. Das an mehreren Standorten agierende Unternehmen möchte in Schwaig seinen neuen Firmensitz etablieren.

Maier hatte seine drei Söhne mitgebracht, die alle am Unternehmen beteiligt seien. Insgesamt zählte er über 500 Mitarbeiter auf. In Schwaig seien es 40 bis 50 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren brauche man 85 weitere. Derzeit habe man in Schwaig drei Azubis, „wir hätten aber Bedarf für zehn bis zwölf“.

Unter dem Dach der Holding läuft unter anderem der Handel und Vertrieb von Medizintechnik beziehungsweise medizinischer Gebrauchsgüter zusammen. Es werden Geräte wie Defibrillatoren, Blutgasanalysatoren oder auch Fitness- und Rehageräte gewartet, montiert und repariert. Mit einer Eigenmarke lasse man in China derzeit rund zehn Millionen Mundschütze im Jahr produzieren, berichtete Maier. Ob er einen Plan B habe, wenn diese in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr so gebraucht würden, wollte Georg Ascher wissen. „Wir würden andere Produkte finden“, sagte Maier, der für die Eigenproduktion Abdeckhauben für medizinische Geräte und Wundrandschutzfolien anführte.

„Es ist keine Raketentechnik, aber etwas, das man jeden Tag braucht“, sagte Maier über sein Unternehmen, das unter anderem auch einen Versorgungsauftrag im Klinikum Erding hat. Auf Nachfrage von Christian Kaiser schätzte er, dass es bei einer Expansion am Tag sechs bis sieben Lkw-Bewegungen mehr würden – „also nicht signifikant mehr“.

Wer setzt sich durch?

Wie berichtet, dürfte an der Hallbergmooser Straße wegen der recht schmalen Baulücke von 2500 Quadratmetern laut VG-Geschäftsleiter Josef Steinkirchner wohl nur ein Kandidat zum Zug kommen. Mehr Platz, und zwar zwölf Hektar, ist an der Eichenstraße. Auf zehn Hektar davon schielt bekanntlich Group 7. Wer letztlich den Zuschlag erhält, wird der Gemeinderat öffentlich entscheiden. Die Gemeinde ist bestrebt, so Steinkirchner, wegen der Nähe zu Wohnbebauung keine Firmen zu wählen, die rund um die Uhr Verkehr produzieren. Nicht zuletzt, damit sich Anwohner vorab keine Sorgen wegen Lärm machen müssen, gehe man den transparenten Weg und lasse die Firmen sich öffentlich vorstellen.

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