Kreisfeuerwehrtag 

Einsatzfähigkeit in Gefahr

Oberding – Zu wenig Retter tagsüber verfügbar – Drei Gemeinden betroffen

Kreisbrandrat Willi Vogl schlägt Alarm: „Wir haben schon drei Gemeinden, bei denen die Tagesalarmsicherheit nicht mehr gegeben ist.“ Das sagte er beim Kreisfeuerwehrtag in Oberding am Samstag, allerdings ohne Namen zu nennen. Es sei auf Kreisebene eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich dieses Themas annehmen werde, und die im kommenden Jahr auf die einzelnen Feuerwehren zugehen solle.

Das Thema sei „sehr ernst“ und könne sich „noch verschärfen“. Wenn nämlich wegen der 240 Fehlalarme im Jahr die Arbeitgeber die Freiwilligen nicht mehr von der Arbeitsstelle weg lassen, werde das weitere Folgen für die Tagesalarmsicherheit haben. Das Gleiche gelte, wenn wegen der dauernden Fehlalarme, die einfach nicht weniger würden, die Motivation der Freiwilligen nachlasse.

Die Folge davon wiederum werde sein, dass die zehnminütige Hilfsfrist nicht eingehalten werden könne. „Das ist Gesetz. Das steht in der Durchführungsverordnung“, so Vogl.

Die Kreisbrandinspektion erstellt derzeit für alle Gemeinden, die das wünschen, Feuerwehr-Bedarfspläne. Kreisbrandinspektor Lorenz Huber aus Oberding schaut sich dabei auch die durchschnittliche Ausrückestärke der einzelnen Feuerwehren an und unterscheidet dabei zwischen der täglichen Arbeitszeit und den übrigen Zeiten, wie etwa dem Wochenende oder nachts. Immer wieder muss er feststellen, „dass es knapp wird mit der Mindestbesatzung der Autos“.

Sei die Tagesalarmsicherheit nicht mehr gegeben, und könne die Hilfsfrist nicht eingehalten werden, könne das bis aufs Baurecht durchschlagen, warnte er. Huber schaut nämlich bei der Erstellung der Bedarfspläne auch darauf, ob die Hilfsfrist von auswärts eingehalten werden kann. Nichteinhalten dieser gesetzlichen Vorgaben könne dazu führen, dass ein Bauherr mehr in den vorbeugenden Brandschutz investieren müsse, warnte nun Vogl. Das gelte natürlich auch für kommunale Projekte. Die Genehmigungsbehörden würden darauf schauen. „Das Ganze kann so weit gehen, dass man eine Nutzungsuntersagung aussprechen kann.“

K. Kuhn

" Nördlicher Landkreis

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