Elektro-Mobilität: Wie zahlt man an der Stromtankstelle?

Wie zahlt man an der Stromtankstelle?

Vor der neuen Oberdinger Schule und auf dem Dorfplatz in Schwaig entstehen Ladesäulen für Elektro-Autos. Wie die Nutzer dort den Strom bezahlen sollen, steht hingegen noch nicht fest.

Oberding – Es ist ein Kreuz mit der Elektro-Mobilität. Gefühlt braucht der Elektroautofahrer für jede Ladesäule, die öffentlich zugänglich ist, eine eigene Karte. Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke, selbst stolzer Besitzer eines „Stromers“, wäre mit der Gemeinde gern auf der Höhe der Zeit und will bezüglich der Lade-Infrastruktur richtig hinlangen: „Vor der neuen Schule sollen die Ladesäulen installiert werden. Oberirdisch, aber auch in der Tiefgarage.“

Gefragt, wie es jetzt aussieht mit dem Bezahlen, musste Rathauschef Mücke allerdings die Schultern hochziehen: „Das ist immer noch nicht geklärt“, gab er zu. Er berichtete auf Nachfrage weiter: „Wir sind mit dem E-Werk Schweiger im Gespräch.“

Dafür gibt es einen Grund: Auf dem Dorfplatz im Ortsteil Schwaig soll auch eine Ladesäule aufgestellt werden. Und wenn die Gemeinde jetzt nicht aufpasst, gibt es innerhalb der Gemeinde unterschiedliche Bezahlsysteme, was Mücke unbedingt vermeiden möchte. „Mit Münzeinwurf brauche ich nicht anzufangen. Heute hat doch jeder eine EC-Karte oder auch eine Kreditkarte.“

Dabei ist sein Gedanke mit dem Münzautomaten so weit nicht her geholt: Im Erdinger Holzland hat Georg Strohmaier, ein Aufsteller einer solchen Ladesäule, mit genau diesem Gedanken gespielt, auch aus purer Verzweiflung über das Chaos bei den Bezahlsystemen.

Um das Bild abzurunden, erwähnte Mücke im Gespräch mit der Heimatzeitung auch, dass es eine Pension in Niederding gebe, die ihren elektroautofahrenden Gästen den Service einer Lademöglichkeit biete. „Diese ist aber nicht öffentlich zugänglich.“

Franz Schweiger vom Elektrizitätswerk wurde gegenüber der Heimatzeitung genauer: „Sobald die Witterung es zulässt, also im Frühjahr, werden wir die Ladesäule in Schwaig installieren.“ Was die Bezahlung angeht, setzt er auf ein System, das mehrere Möglichkeiten bietet: So könne das auch über eine einfache SMS passieren. „Das geht aber nur, wenn sie Mehrwertdienste bei ihrem Mobilfunkanbieter freigeschaltet haben“, erläuterte er. Dann brauche der Kunde nicht einmal ein Smartphone.

Sodann solle das auch mit einer Smartphone-App funktionieren können, ebenso wie mit den Karten, die der Autofahrer vor das Gerät hält und die die Ladesäule freischalten. Von der Idee, mit der EC-Karte zu bezahlen, ist Schweiger dagegen nicht so überzeugt. Ein Argument: „Das ist recht teuer.“ Außerdem seien diese Geräte vergleichsweise unpraktisch in der Handhabung. „Man muss sich erst mit der EC-Karte anmelden, und nach dem Ladevorgang muss man sich wieder abmelden, damit der richtige Betrag abgebucht werden kann.“

Schweiger deutete an, dass die Gespräche über eine sinnvolle Lösung noch andauern werden. Für den Wunsch von Bürgermeister Mücke, ein in der Gemeinde einigermaßen einheitliches System zu schaffen, äußerte er jedoch Verständnis.

Klaus Kuhn

Rubriklistenbild: © dpa

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