Der Bebauungsplan für die Herrnstraße in Niederding sieht 45 Parzellen vor.
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Der Bebauungsplan für die Herrnstraße in Niederding sieht 45 Parzellen vor.

Kostspielige Rigolen – Ingenieur: „Restunsicherheit“ bei Starkregen

1,8 Millionen: Erschließung der Niederdinger Herrnstraße wird teuer

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Teuer wird die Erschließung der Niederdinger Herrnstraße. Eine Diskussion entbrannte im Gemeinderat um die Versickerungsfähigkeit des Bodens.

Niederding – Platz für 45 Parzellen bietet der Bebauungsplan Nr. 59 an der Niederdinger Herrnstraße. Entstehen sollen bekanntlich 15 Einzel- und neun Doppelhäuser, ein Dreispänner, ein Vierspänner sowie fünf Mehrfamilienhäuser. Grob die Hälfte davon befindet sich in Hand der Gemeinde, die dort ihr überarbeitetes Einheimischenmodell anwenden will. Das Projekt schreitet fleißig voran, nun stellte Ingenieur Rainer Irrgang im Gemeinderat seine Planungen für die nicht ganz billige Erschließung vor. Kostenpunkt: rund 1,83 Millionen Euro.

„Der Wunsch des Gemeinderats war ein Gehweg“, sagte Irrgang. Dieser wird seinen Worten zufolge zwei Meter breit und niveaugleich mit der Fahrbahn sein. Dafür soll eine optische Trennung erfolgen. Die Straße wird sechs Meter breit, bis auf ein paar Ausnahmen im südlicheren Bereich, wo die Breite auch mal nur rund vier Meter betragen wird.

„Eine Tiefgaragen-Einfahrt ist planerisch vorgesehen und wäre technisch möglich“, erklärte Irrgang. An der Ausfahrt der Straße sollen zudem elektronisch bedienbare Poller errichtet werden, damit es keine Durchfahrtstraße Richtung Oberding wird. „Das ist sehr, sehr wichtig“, betonte Georg Stemmer (CSU).

Für eine Diskussion sorgte die Aufnahme von Regenwasser. Irrgang schlug eine Kombination von Rigolen, also unterirdischen Pufferspeichern, und Sickerschächten vor. So bekomme man das gesamte Wasser von den Verkehrsflächen weg, und die Rigolen nähmen zusätzlich Wasser aus Privatbereichen auf.

„Wie ist es mit Starkregen?“, wollte Vizebürgermeister Anton Nußrainer (WG Oberding) wissen. „Wir haben mit kleineren Reserven gerechnet“, antwortete Irrgang, der jedoch auch klarstellte: „Es gibt immer Restunsicherheiten.“

„Ich befürchte, dass das nicht ganz hinhaut. Das sind sehr lehmhaltige Böden“, gab Stemmer zu bedenken. Irrgang versicherte, dass deren Aufnahmefähigkeit „gar nicht so schlecht“ sei.

3. Bürgermeister Franz Schweiger (CSU) befürchtete, dass die Telekom die Straße immer mal wieder für Leitungen quer zu den Häusern aufreißen könnte. „Das werden wir ihr abgewöhnen müssen“, meinte Irrgang dazu. Und: „Das wäre nicht das erste Streitgespräch, das wir mit der Telekom führen.“

Die Kosten von 1,83 Millionen Euro sind laut Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) den Rigolen geschuldet. So mancher Rat musste bei dieser Summe tief durchschnaufen, Kritik wurde jedoch nicht laut.

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