Visualisierung LabCampus
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Der LabCampus ist im Zeitplan. Ende 2021 soll das erste Gebäude in Betrieb gehen. Visualisierung.

Flughafen investiert trotz Krise

FMG-Prokurist Josef Schwendner: Ringschluss und LabCampus gehen weiter, Zentrale muss noch warten

  • vonMayls Majurani
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Trotz Corona-Krise investiert der Flughafen fleißig weiter. FMG-Prokurist Josef Schwendner informierte den Oberdinger Gemeinderat über die aktuellen Projekte.

Oberding/Flughafen – Der Flugverkehr brach in der Corona-Pandemie zusammen. Eine vollständige Erholung soll Experten zufolge noch drei bis vier Jahre dauern. Trotzdem investiert der Flughafen München in verschiedene Projekte. Josef Schwendner, Generalbevollmächtigter und Prokurist der FMG, informierte am Dienstag den Oberdinger Gemeinderat über die Entwicklungen am Moos-Airport. Denn: „Viele Verträge waren schon unterschrieben, ein Ausstieg wäre oft teurer“, so Schwendner. Verschoben wurden dennoch einige Pläne, aber es kamen auch neue dazu.

Eines der spannendsten Projekte für die Landkreisbürger ist der S-Bahn-Ringschluss. Um den Flughafen von Osten auf Schienen zu erreichen, ist ein 1,8 Kilometer langer Tunnel bis Schwaigerloh nötig. Die FMG begann bereits Ende 2017 mit dem Bau. „In etwa einem Jahr sind wir mit dem Rohbau fertig und werden den Tunnel der Deutschen Bahn übergeben“, berichtete Schwendner.

Ebenfalls voll im Zeitplan liege der Bau des LabCampus. Auf dem Areal an der Nordallee wird bereits ein erstes Bürogebäude gebaut, das in rund einem Jahr in Betrieb genommen werden soll. Bei der Airport Academy laufe aktuell das Baugenehmigungsverfahren. Die rund 230 Service-Apartments in einem dritten Gebäude seien in Planung.

Etwas weiter nordwestlich des LabCampus wurde vor einigen Tagen das neue Logistikzentrum der FMG in Betrieb genommen. Die Halle auf einer etwa 15 000 Quadratmeter großen Grundfläche wird von Töchtern der FMG genutzt: „Speisen und Getränke, Technik und alles andere, was wir am Flughafen brauchen, werden hier zwischengelagert“, berichtete der Prokurist.

Etwa auf dieser Höhe, wo sich an der Nordallee auch die Agip-Tankstelle befindet, wird seit zwei Jahren ein neuer Verkehrsknoten über der Zentralallee gebaut. Dieser soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Ein ganz neues Projekt ist dagegen die kombinierte Abschiebehaft- und Transiteinrichtung. Schwendner: „Die aktuelle Transiteinrichtung ist aus den 90er Jahren und recht marode. Die Abschiebehaft ist in zwei Containeranlagen untergebracht.“ Nun sei ein dreigeschossiges Gebäude seit Juli dieses Jahres im Bau. Ende 2021 soll es fertig sein. Es bestehe eine Kaufoption für den Freistaat Bayern, erklärte der Prokurist, „wir würden aber auch gerne vermieten“.

In der Nähe des bereits eröffneten Logistikzentrums soll ein weiteres Rechenzentrum errichtet werden. Hierzu werden derzeit die Anforderungen definiert, die Realisierung sei noch nicht terminiert.

Eine Logistikhalle plant auch DHL Express. In rund einem Jahr soll der Bau an der Südallee beginnen. Schwendner berichtete, dass dieses Logistik-Center als Umschlagplatz für die DHL-Luftfracht genutzt werden solle.

Franz Schweiger (CSU) wollte wissen, ob dadurch die Zahl der Nachtflüge steigen werde, doch der Prokurist beruhigte ihn: „Nachts wird eigentlich nur Post geflogen, keine Fracht.“

Coronabedingt wurden allerdings auch eine Vielzahl an Projekten verschoben, darunter die FMG-Zentrale, ein Mietwagenzentrum und ein Hotel direkt neben dem Novotel. Der Prokurist gab sich realistisch: „Ich glaube nicht, dass die Passagierzahlen in diesem Winter steigen werden.“ MAYLS MAJURANI

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