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Unser Symbolbild zeigt einen Schutzwall auf der A 5 in Baden-Baden.

Gegen Lärm vom Vorfeld Ost des Münchner Flughafens

Zwei große Schutzwälle für Schwaig - Kritik wegen einer Lücke

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„Penetrant“ sei er gewesen, der Oberdinger Bürgermeister, sagte Josef Schwendner vom Flughafen München. Jetzt hat Bernhard Mücke aber das bekommen, was er will: Zwei große Lärmschutzwälle sollen im Süden des neuen Südrings entstehen und so die Orte Schwaig und Schwaigerloh vor visuellen und akustischen Beeinträchtigungen schützen. Kritik äußerte ein Gemeinderat allerdings wegen einer Lücke zwischen den beiden Wällen.

Schwaig/Flughafen – Der Hadrianswall wurde im zweiten Jahrhundert nach Christus auf Anordnung von Kaiser Hadrian nahe der heutigen Grenze zwischen Schottland und England erbaut. Nach ursprünglicher – und mittlerweile überholter – Einschätzung der Forschung wurde er zur Abwehr von Invasionen errichtet. Eine Art moderner Hadrian ist Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke. Nicht zuletzt wegen seines energischen Einsatzes bekommt Schwaig nun sogar zwei Wälle. Allerdings nicht zum Schutz vor Invasionen, sondern vor den visuellen und akustischen Beeinträchtigungen, die vom Vorfeld Ost des Flughafens ausgehen.

Der Unterschied zum Hadrianswall: Während dieser gut 117 Kilometer lang ist, bringen es die beiden Wälle südlich des neuen Südrings, der gerade errichtet wird, zusammen auf 910 Meter. „Euer Bürgermeister nutzt jede Gelegenheit, die Belange der Gemeinde einzubringen“, sagte Josef Schwendner von der Flughafen München GmbH (FMG) am Dienstag im Oberdinger Gemeinderat. Sogar das Adjektiv „penetrant“ nutzte er in Bezug auf Mücke. Doch dessen Einsatz scheint sich ausgezahlt zu haben. „Es ist schon ein gewaltiges Teil, das da steht“, sagte Schwendner in Bezug auf die beiden Sicht- und Lärmschutzwälle.

Der größere verläuft in west-östlicher Richtung und ist 750 Meter lang, der kleinere verläuft in nord-östlicher Richtung und bringt es auf 160 Meter. Die Höhe soll fünf Meter betragen, die Aufstandsbreite 20 Meter. „Voraussichtlich können wir schon im September zu bauen anfangen“, meinte Schwendner. Betroffen seien ausschließlich FMG-Grundstücke. Der Südring sei an den jeweiligen Stellen bereits asphaltiert, sagte er zum aktuellen Baufortschritt.

Der Naturschutz sei bedacht worden, vor allem gehe es um Wiesenbrüter. Außerdem werde allen wasser- und bodenschutzrechtlichen Anforderungen Rechnung getragen, so Schwendner, der sich über einen Termin für die Fertigstellung noch nicht auslassen konnte. Er bedauerte in Bezug auf die Höhe des Walls, „dass Vögel oft höher eingeschätzt werden als das Schutzgut Mensch. Leider.“ Aber zunächst sei er von drei Metern ausgegangen, jetzt seien es doch fünf Meter Höhe.

Die beiden Wälle sollen die Ortsteile Schwaig und Schwaigerloh schützen. Gemeinderat Georg Maier kritisierte allerdings, dass die Lücke dazwischen – sie befindet sich im südöstlichen Bereich am Ende der südlichen Startbahn und ist knapp 190 Meter lang – „ein großer Nachteil“ sei. Man sei bestrebt, diese so klein wie möglich zu halten, versprach Schwendner, der das Ganze mit baurechtlichen Gründen erklärte. Außerdem gebe es in dem Bereich eine Zufahrt, ergänzte Mücke. Zudem habe man ja noch den alten Wall, der weiter weg vom Südring steht. Dieser ist 440 Meter lang und sollte ursprünglich ausgebaut werden. Wie Mücke jedoch berichtete, ist die Gemeinde bei den Grundstücksverhandlungen nicht erfolgreich gewesen. Doch nun bekomme man eben einen neuen Wall. „Der kostet die Gemeinde nichts, was die Sache angenehmer macht“, sagte Mücke.

Auf Nachfrage von Georg Ascher sagte Schwendner, dass die Wälle aufgeschüttet und dann eine Grünfläche erhalten werden. Eine Bepflanzung in Form von Sträuchern oder Ähnlichem werde es dagegen nicht geben. Denn: „Wiesenbrüter mögen keine Pflanzen.“

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