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Obdachlosigkeit ist auch in Oberding Thema. Dort allerdings in der Regel auf eine etwas andere Art. 

Gemeinderat Oberding

Eine andere Definition von obdachlos

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Viel Arbeit kommt auf das Oberdinger Kommunalunternehmen Gemo-Bau zu. Denn es übernimmt gleich vier Neubauten, die demnächst anstehen: den Gemeindebauhof in Aufkirchen, die Schulsportanlage in Oberding sowie eine Obdachlosenunterkunft und ein Mehrfamilienhaus in Schwaig (wir haben über alle vier Vorhaben gesondert berichtet). Die entsprechenden Bauanträge hat der Gemeinderat nun in seiner Sitzung durchgewunken. Wer im Obdachlosenheim unterkommt, dazu berichtete der VG-Geschäftsführer.

Oberding – Das Obdachlosenheim soll an der Lohstraße in Schwaig entstehen und bis zu 40 Personen in zehn Wohnungen Unterschlupf bieten. Anton Huber hatte hinsichtlich der im Bebauungsplan festgehaltenen 20 Kfz-Stellplätze eine Frage: „Ich habe zwar nichts gegen Obdachlose, aber braucht’s die Parkplätze?“ Hier leistete VG-Geschäftsführer Josef Steinkirchner Aufklärungsarbeit. Unter dem Begriff Obdachloser habe man oft die falsche Vorstellung. „Das ist nicht der, der mit seinem Hund irgendwo herumläuft.“ Vielmehr gehe es um Familien, die aus diversen Gründen wie Jobverlust plötzlich auf der Straße stünden, und die eben auch motorisiert seien. Vor allem an diese richte sich das neue Heim.

Eine kurze Diskussion gab es in Sachen Bauhof, der bekanntlich aus Platzgründen in eine alte Schiffshalle auf dem ehemaligen Bauhof des Bayernwerks zieht. Auf der Ostseite sind sechs Fertigteil-Flachdachgaragen mit extensiver Dachbegrünung vorgesehen. „Ein Flachdach ist immer ein Risiko“, meinte Matthias Reitinger, und auch Georg Stemmer zweifelte am Sinn einer solchen Lösung.

Architekt Ludwig Maier, der als Zuhörer gekommen war, konnte die Kritik nicht so recht nachvollziehen. An ein Satteldach sei nie gedacht worden, auch aus Rücksicht auf die Nachbarn. „Wir haben da hinten eh Satteldachflächen ohne Ende.“ Durch ein solches würden unnötig weitere Kosten entstehen, so Maier. „Warum muss man das aufblasen?“, fragte er.

Wenig Verständnis für die Kritik hatte auch 2. Bürgermeister Anton Nußrainer, der die Sitzung in Abwesenheit von Bernhard Mücke leitete. Er verwies in Bezug auf die Dachbegrünung auf das Insektensterben. Seniorenzentrum und Montessori-Schule hätten auch solche Dächer. Ein Satteldach „schaut da nicht gut aus“, meinte Wolfang Hirner. Das grüne Dach passe gut in die Landschaft. Und es stehe auch der benachbarten Montessori-Schule gut zu Gesicht. Letztlich stimmten nur Stemmer und Reitinger für eine Satteldach-Lösung.

Keine Diskussion gab es in Sachen Mehrfamilienhaus am Schwaiger Wenzelberg, ebenso wenig in Bezug auf die Schulsportanlage mit Rasenspielfeld und zwei Allwetterplätzen. Johann-Peter Haun wollte lediglich wissen, wie es nun mit einer automatischen Beregnungsanlage aussehe. Wie berichtet, hatte er diese in der vorangegangenen Sitzung ins Gespräch gebracht. Wenn sie im finanziellen Rahmen bewege, werde sie umgesetzt, erklärte Steinkirchner. Das sei aber unabhängig vom Bebauungsplan. 

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