Gemeinderat Oberding

FMG braucht Flächen – nicht für Startbahn

Neue Flughafen-Ausgleichsflächen stoßen im Gemeinderat auf Kritik. Die dritte Startbahn ist nicht der Grund für die Arbeiten.

von Gert Seidel 

Oberding – Von der dritten Startbahn ist nicht die Rede. Dennoch braucht der Airport-Betreiber FMG zügig Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen. Vorgestellt und genehmigt wurden die Pläne bereits im Dezember, doch nun wird es konkret. Seit Mitte Januar laufen die Arbeiten an der Ausgleichsfläche in Notzing. Im Gemeinderat Oberding wurde am Dienstag Kritik laut.

Gemeinderat Georg Stemmer störte es, dass die Maßnahmen im Gemeindegebiet erfolgen und der Landwirtschaft wertvolle Flächen verloren gehen. „Das wurde auch schon im Nachbarschaftsbeirat heftig diskutiert, aber der Flughafen ist nun einmal da“, erwiderte Bürgermeister Bernhard Mücke.

Die Arbeiten stehen laut FMG nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bau einer dritten Start- und Landebahn. Vorerst geht es um das S-Bahn-Tunnelbauwerk, die Vorfelderweiterung Ost sowie Straßenbaumaßnahmen, mit denen bereits im Sommer begonnen werden soll. Dabei wird die Anbindung an die FTO verbessert, die im ersten Bauabschnitt im Süden bereits im März 2019 abgeschlossen sein soll.

Nach den Antragsunterlagen ist das Ziel, den europäischen Arten- und Gebietsschutz umzusetzen. Das soll noch vor der Vogelbrutzeit, speziell für Wiesenbrüter und das Rebhuhn, geschehen. Auf zehn Hektar wird in Notzing ein Bodenabtrag von 10 000 Kubikmetern vorgenommen. Anpflanzungen finden nicht statt. Die Naturschutzbehörden gehen davon aus, dass die Vögel nach ihrer Winterpause das Habitat annehmen.

Neuer Brunnen für den TC Oberding

Der TC Oberding sitzt auf dem Trockenen. Die Absenkung des Grundwasserspiegels im Sommer ließ den Brunnen komplett austrocknen. Notwendig ist eine neue Anlage. Mit dem Brunnen stellte auch die installierte Sprinkleranlage ihren Betrieb ein. Sandplätze sind nach TC-Auskunft jedoch nur bespielbar, wenn diese ausreichend bewässert sind. Andernfalls werden irreparable Schäden hervorgerufen. Daher hätten alle Plätze für den Spielbetrieb gesperrt werden müssen.

Eine Wasserentnahme aus der angrenzenden Dorfen war nach Rücksprache mit dem Landratsamt nicht zulässig. Als Übergangslösung behalf sich der TC Oberding damit, die Plätze mit Schläuchen und Leitungswasser zu wässern. Das sei zum einen teuer, kommentierte Mücke, „zum anderen wird damit auch hochwertiges Trinkwasser hergenommen“. Einzige Lösung ist die Bohrung eines Brunnens mit einer neuen Pumpe und einer Verbindung zum vorhandenen Schacht. Zudem müssen die durch eingespülten Sand beschädigten Regner ersetzt werden und die versandete Anlage durchgespült werden. Gemäß dem Antrag bewilligte der Gemeinderat 25 000 Euro für die Gesamtmaßnahme, wünscht aber, dass deutliche Preisänderungen rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit dem Moped von Lengdorf nach Las Vegas
So leben Bayern die Freiheit – zumindest Julian und Thomas Wittmann aus Lengdorf. Sie wollen mit zwei Zündapps von zuhause bis nach Las Vergas fahren. Über den Trip …
Mit dem Moped von Lengdorf nach Las Vegas
Dorfen wird zur Schützenstadt
Mehr als 1200 Teilnehmer haben am Nachmittag beim traditionellen Schützenzug zum Volksfestausklang Tradition und Brauchtum hochleben lassen. Fast alle Vereine des …
Dorfen wird zur Schützenstadt
Auto angefahren und geflüchtet
Als der Mann aus Landshut sein Auto auf dem Parkplatz des Klinikums Wartenberg geparkt hatte, wurde das Fahrzeug angefahren. Die Polizei sucht nach Zeugen.
Auto angefahren und geflüchtet
Riskantes Überholmanöver: Zwei Autos müssen in Straßengraben ausweichen
Ein riskantes Überholmanöver im Gemeindebereich Wartenberg ist am Freitag nur mit viel Glück recht glimpflich ausgegangen.
Riskantes Überholmanöver: Zwei Autos müssen in Straßengraben ausweichen

Kommentare