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Diese Beschilderung an der Schloßstraße wird gerne missachtet.

Gemeinderat Oberding

Schloßstraße in Notzing: Den Anwohnern reicht’s

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Zu viel Schwerverkehr, zu laut, zu schnell: Die Anwohner der Schloßstraße in Notzing sind genervt. Jetzt haben sie bei der Gemeinde Oberding 55 Unterschriften und einen Antrag eingereicht, den der Gemeinderat am Dienstag beraten hat.

Notzing – „Die Anwohner fordern die Gemeinde auf, Schritte zur Einhaltung der 30 km/h durch bauliche Maßnahmen und dazu begleitende Verkehrsüberwachung umgehend durchzuführen“, heißt es im Antrag. Sehr belastend seien der morgendliche und abendliche Berufsverkehr sowie die vielen landwirtschaftlichen Schwerfahrzeuge, die das Anliegerschild missachteten. „Die bisherige Verkehrsüberwachung wurde nur unzureichend in eine Richtung durchgeführt. Wünschenswert sind beide Fahrtrichtungen, zum Beispiel die Balkenmessung“, so die Anwohner.

Die Missachtung des Anliegerschilds zu kontrollieren, sei schwierig, meinte Bürgermeister Bernhard Mücke in der Ratssitzung, die fünf Anwohner im Publikum verfolgten. „Da fehlt uns die rechtliche Handhabe.“ Die Polizei mache das nicht.

Mücke berichtete von Verkehrszählungen heuer und 2018. Die Zählung an einem Brückentag im August sei wenig repräsentativ gewesen, gab er zu. Weitere Aufzeichnungen wurden meist am späten Vormittag begonnen und dauerten vier bis fünf Stunden. Insgesamt kamen je knapp 120 Fahrzeuge zusammen. „Der Schnellste war immer zwischen 45 und 50 km/h unterwegs“, so Mücke. Für ihn, und das sah auch der Rat so, braucht es demnächst ein Treffen mit Ortsausschuss, Anliegern und Bauern. Eine schwierige Frage sei die Umsetzung baulicher Einschränkungen. Eine Slalomstrecke für den landwirtschaftlichen Verkehr – „dann wäre Ärger wieder vorprogrammiert“.

Ein Vorschlag der Anwohner sei eine Ampel zur Geschwindigkeitsreduzierung, wie es sie in Italien gebe. „Das würde ich gar nicht so uncharmant finden, wir dürfen das in Bayern aber nicht“, sagte Mücke. Vielleicht solle es die Gemeinde dennoch mit einem Antrag versuchen.

Verstärkt geblitzt werde bereits, vor allem zwischen 6 und 10 Uhr, und das nicht nur an der Schloßstraße in Notzing – Raser sind in der Gemeinde bekanntlich vielerorts ein Thema. Dauerblitzer, wie es sie etwa in Baden-Württemberg gebe, seien im Freistaat – mit Ausnahmen wie in München – aber nicht erlaubt, erklärte Mücke.

Den Anwohnern um Margot Appel-Walbrunn, die sich seit 20 Jahren um die Belange an der Schloßstraße einsetzt, gestattete Mücke nicht, sich zu äußern. Die Notzingerin wollte intervenieren, als es im Rat um nachmittägliche Kontrollen ging. Nach der Sitzung sagte sie unserer Zeitung, dass diese für sie wenig Sinn machen. Das Anliegerschild weiter nach vorne zu ziehen, um von den Verkehrsteilnehmern früher gesehen zu werden – so der Plan des Gremiums – reicht für sie nicht. Es brauche schon einen Hinweis draußen an der Kreisstraße.

Die Schloßstraße wird Richtung Moosinning beziehungsweise Goldach gerne als Abkürzung genutzt. Die Beschränkung auf 2,8 Tonnen werde oft ignoriert, sagte Appel-Walbrunn, die unter anderem mit den Anwohnern Daniela und Klaus Seeger gekommen war. Es gebe nur drei Nachbarn mit schweren Fahrzeugen, die als Anlieger dort fahren dürften. „Es ist wichtig, dass wir uns überhaupt mal zusammensetzen“, sagt Appel-Walbrunn. Dazu sei es bislang nicht gekommen. 

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