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Motor des Holzbildhauersymposiums ist Wolfgang Fritz, hier bei dessen Eröffnung am Mittwoch. 

Holzbildhauersymposium in Oberding 

Konzert der Kettensägen

Die dritte und letzte Auflage des Holzbildhauersymposiums ist am Mittwoch in Oberding gestartet. Bis 30. Juni arbeiten dort zehn Künstler an Skulpturen für zehn Gemeinden.

Oberding - Das dritte und letzte Holzbildhauersymposium in Oberding hat einen fulminanten Start hingelegt: Rund 20 Vertreter der Landkreiskommunen, Sponsoren und Interessierte waren ins Festzelt am Rand des Ortsplatzes gekommen, wo die ersten groben Umrisse der zu erwartenden Kunstwerke schon langsam sichtbar wurden.

Bürgermeister Bernhard Mücke musste ausgerechnet vor seinem früheren Sportlehrer Wolfgang Fritz in die Knie gehen, als es darum ging, den Radweg, der die Skulpturen einmal verbinden wird, abzufahren: „Ich werde es machen. Ich habe mir extra ein E-Bike zugelegt.“

Beifall erhielten unter anderem die Nachbarn, weil die den Lärm der zehn Motorsägen aushalten und keine Schwierigkeiten sahen. Das war übrigens auch eine Sache, die der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, Hans Wiesmaier, hervorhob: „Dass man sich traut, auch mal im Ort was zu machen.“ Mücke aber sah bereits einen gewaltigen Vorteil in diesem Konzert der Kettensägen: „Sie hören keinen Flieger mehr, der über Oberding fliegt.“

Rathauschef Mücke ist selbst Schreinermeister, hat also beruflich auch mit Holz zu tun. „Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten“, gab er zu. In der Tat verlegte der Gemeindechef die Kunst in den Wald und sprach konsequent und falsch vom „Holzhauersymposium“ – ein wunderbarer Lapsus, auf dem Wiesmaier genüsslich herumritt. Immerhin geht es um Holzbildhauerei und damit um Kunst.

Dass die Idee dazu von Wolfgang Fritz kam, der es geschafft hat, 26 Städte, Märkte und Gemeinden hinter dieses Projekt zu bringen, hat ihm gewaltiges Lob von allen Rednern eingetragen, und die Ermunterung von Wiesmaier: „Überleg’ dir was! ‘s pressiert ned.“

Fritz aber blieb es vorbehalten, die Künstler vorzustellen. „Die haben sich alle mit ihren Gemeinden intensiv beschäftigt“, betonte er dabei. Die wenigste Zeit dazu hatte wie berichtet Georg Benkies, der für den plötzlich erkrankten Egidius Kops einspringen musste und jetzt für Erding tätig ist. Er sieht Erding als „Brennpunkt verschiedener Interessen“, die es jetzt gelte, in Balance zu bringen. Seine Entwürfe konnten, bedingt durch die kurze Zeit, auch nicht mehr in das Programm-Faltblatt kommen.

Fritz freute sich über die intensiven Diskussionen, die im Vorfeld der eigentlichen Arbeit in den einzelnen Kommunen stattgefunden haben. Das Rahmenprogramm rund um das Symposium fand viel Anerkennung, genau wie die ganze Organisation. Da zollten auch die Künstler Beifall. Verantwortlich dafür sind laut Mücke rund 50 Ehrenamtliche unter der Führung von Bürgermeister-Stellvertreter Anton Nussrainer und Ortssprecher Jakob Gerbl. Zur Unterhaltung der Gäste spielte die Blaskapelle aus Moosinning auf.

Das Symposium

und das Rahmenprogramm finden am Oberdinger Bürgerhaus, Hofmarkstraße 11, statt. Die Bildhauer arbeiten täglich von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr.

klk

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