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Liebt seine Hunde: Dr. Mattias Eder mit dem sechs Monate alten Whippet-Rüden Dark Orcan, der dem verstorbenen Quigley zum Verwechseln ähnlich sieht. 

Mit Brecheisen oder Baseballschläger

Von Einbrechern erschlagen: Darum musste Hund Quigley sterben

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Erst war nicht klar, woran Quigley gestorben ist. Das Obduktionsergebnis lässt nur einen Schluss zu: Der friedfertige Rüde ist Einbrechern in die Quere gekommen.

Oberding – Kein Kläffen, kein Bellen, ein gellender Schrei. So beschreiben Mattias und Angelika Eder den Todeskampf von Quigley, ihrem neun Jahre alten Whippet-Hund. „Das vergisst du nicht“, sagt der Unternehmer aus Oberding. Doch noch etwas treibt ihn und seine Frau um. Es muss ein Einbrecher gewesen sein, der Anfang März an jenem Sonntagmorgen um 5 Uhr im Garten auf den kleinen Windhund traf und ihn umbrachte.

Wie es die Natur dieser Rasse ist, muss Quigley den Fremden noch neugierig begrüßt haben. Gebellt hat er nicht. Trotzdem schlug der Unbekannte mit todbringender Gewalt zu – mit einem Brecheisen oder Baseballschläger.

Der etwa 50 Zentimeter große, braun gestromte Rüde blutete nicht, zeigte keine Anzeichen von Verletzungen. Gift? Herzinfarkt? Schlaganfall? Die Eders wollten es genauer wissen und ließen ihren treuen Begleiter in einer Tierklinik obduzieren. Am Tag darauf begriffen sie das Ausmaß der Tragödie. Der ganze Rippenbogen des Hundes war von einem Schlag eingedrückt worden, mehrere Organe von Rippen durchbohrt. Erst nach dem Anruf des Veterinärs alarmierten die Oberdinger die Polizei.

Kripobeamte untersuchten das Haus auf Einbruchspuren, fanden aber nichts und gaben Tipps für die Sicherheit. „Jetzt wird eine Alarmanlage eingebaut“, erzählt Mattias Eder. Es sei momentan gar nicht so leicht, eine Fachfirma mit freien Kapazitäten zu finden. „Die haben gerade viel zu tun“, sagt der 59-Jährige. Ihre Sorglosigkeit will sich seine Frau nicht nehmen lassen – trotz des ungebetenen Besuchs auf dem Grundstück. „Ich finde das so schrecklich, dass man sich verriegeln und verrammeln muss“, meint sie.

„Die kommen zwei oder drei Mal, bevor sie zuschlagen“, erzählt der Hausherr über die Erkenntnisse der Polizei. Nach der Schilderung der Kripobeamten sei das das typische Vorgehen von Einbrechern. Dann wüssten sie zum Beispiel, welches Werkzeug sie mitnehmen müssen.

Das ständig brennende Licht im Haus der Eders hielt die Einbrecher offensichtlich nicht ab. „Der Kriminaler hat gesagt: ,Der Hund ist tot. Kann schon sein, dass sie es noch einmal probieren‘“, erzählt Angelika Eder. Dass in dem Haus mit Lilofee (16 Jahre) sowie den jungen Dark Orcan und Brindle Taifun drei weitere Whippet-Hunde leben und Jäger Mattias Eder einen bestückten Waffenschrank hat – das wissen Einbrecher wohl nicht.

Ob das die Täter abschreckt, ist die nächste Frage. „Die Polizei sagt, dass die Zahl der Anwesenheitseinbrüche steigt und damit auch die Gewaltbereitschaft zunimmt.“ Vor diesem Hintergrund ärgert ihn auch die aus seiner Sicht unzureichende Gesetzeslage. „Wenn die für einen Hauseinbruch nur drei Monate bekommen, dann schreckt das die Täter doch nicht ab“, sagt er.

Belohnung für Hinweise: 

Angelika und Mattias Eder haben 3000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen. Unbekannte sind am Sonntag, 5. März, um 5 Uhr in den Garten ihres Hauses an der Tassilostraße (neben dem Rathaus) eingedrungen und haben dort den Hund Quigley erschlagen. Hinweise an Tel. (01 60) 8 85 49 88.

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