1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Oberding

Keime im Trinkwasser des Zweckverbands Moosrain: Bürger sollen Trinkwasser weiter abkochen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Schwarzkugler

Kommentare

Eine Hand hält ein Wasserglas unter einen Wasserhahn.
In diversen Gemeinden im Landkreis Erding sollen die Bürger das Trinkwasser für den Verzehr abkochen. Es wurden nämlich Keime gefunden. © Bernd Weißbrod/dpa

Keime im Trinkwasser: Diese Nachricht sorgt für Unruhe in einem nicht gerade kleinen Teil des Landkreises. Betroffen: das Leitungsnetz des Zweckverbands zur Wasserversorgung Moosrain (ZWM).

Landkreis Erding - „Bei einer routinemäßigen Beprobung des Trinkwassers wurde der Zweckverband über einen Nachweis einer mikrobiologischen Verunreinigung (Coliforme Keime) in Kenntnis gesetzt“, schrieb der ZWM am frühen Donnerstagnachmittag auf seiner Homepage.

+++UPDATE VOM FREITAG, 15 Uhr+++
Noch gibt es keine Entwarnung, was die Keime im Trinkwasser des Zweckverbands zur Wasserversorgung Moosrain angeht. Laut Geschäftsleiter Wolfgang Haberger wird nach der Ursache emsig geforscht. Die Bevölkerung sei am Donnerstag – betroffen sind 20 000 Einwohner – über alle möglichen Kanäle informiert worden. Hinzu kamen Lautsprecher-Durchsagen der Feuerwehren. Die Keime könnten bei immungeschwächten Personen etwa für Durchfall sorgen. Der Hochbehälter wird laut Haberger („Wir sind rund um die Uhr im Einsatz“) bereits desinfiziert. Bis die Situation bereinigt sei – das könne auch ein bis zwei Wochen dauern – gelte die Abkochverfügung des Landratsamts. Alle Infos dazu unter www.moosrain.de.

Auf Nachfrage unserer Zeitung gab ZWM-Geschäftsleiter Wolfgang Haberger zumindest teilweise Entwarnung. Die Keime könnten maximal bei immungeschwächten Personen vielleicht zu Durchfall führen. Sie seien in einem Hochbehälter entdeckt worden. Man setze nun auf „reine Vorsichtsmaßnahmen“. Dazu gehört: das Abkochen des Trinkwassers für den menschlichen Verzehr. Tipps zum richtigen Abkochen hat der ZWM online zur Verfügung gestellt. Entsprechend dazu erließ das Landratsamt am späten Donnerstagnachmittag eine Abkochanordnung (siehe Infobox).

Die Anordnung des Landratsamts im Wortlaut

„Das Wasser aus der zentralen Wasserversorgung soll ab sofort zum unmittelbaren Genuss (Trinkwasser), zur Zubereitung von Speisen und Getränken (Säfte, Säuglingsnahrung, Speiseeis, Eiswürfel etc.) oder bei der Behandlung von Lebensmitteln (z.B. Waschen von Salat und Gemüse) nur in abgekochtem Zustand verwendet werden. Baden oder Duschen ist nach wie vor unbedenklich.

Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (z. B. Ess- und Trinkgeschirr), können in Geschirrspülautomaten bei einer Temperatur von 60°C oder darüber gereinigt werden. Sofern keine entsprechende Reinigung möglich ist, muss hierfür ab sofort ebenfalls abgekochtes Wasser verwendet werden. Auf eine vollständige Trocknung nach der Reinigung ist zu achten.

Einrichtungen und Betriebe (insbesondere z.B. Gastronomie, Beherbergung und Schulen) haben Kunden, Gäste und Mitarbeiter*innen über die Verpflichtungen in geeigneter Weise zu informieren.

Sobald die labortechnischen Untersuchungen abgeschlossen sind, wird das Gesundheitsamt über das weitere Vorgehen informieren.  

Für Rückfragen steht Ihnen das Bürgertelefon unter der Rufnummer 08122/ 08122/ 58 - 1770 gerne zur Verfügung.“

Betroffen von der Nutzungseinschränkung: das gesamte Versorgungsgebiet des Zweckverbands, also die gesamten Gemeindegebiete Eitting und Moosinning, die Gemeinde Neuching mit Ausnahme der Ortschaft Harlachen, die Gemeinde Oberding mit Ausnahme Notzingermoos sowie von der Gemeinde Finsing Brennermühle, Vorderes und Hinteres Finsingermoos, Eicherloh und der nördlich vom Mittleren Isarkanal gelegene Teil Neufinsings. Aufgrund der Übernahme der Trinkwasserversorgung des Flughafen Münchens durch den Zweckverband Freising Süd ist dieses Gebiet von der Allgemeinverfügung nicht betroffen.

Nach der Ursache wird noch geforscht.  

Auch interessant

Kommentare