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Von der neuen Asylunterkunft angetan sind (v. l.): Landrat Martin Bayerstorfer, Investor Georg Scharl, Anwalt Dr. Christian Otto, Oberdings Verwaltungsleiter Josef Steinkirchner, Bürgermeister Bernhard Mücke, Ingenieur Peter Helmprecht, Christian Blatt vom Asylmanagement des Landkreises und Christian Brunner vom Ingenieurbüro ABB.

Neue Gemeinschaftsunterkunft für 108 Flüchtlinge

Ein kleines Dorf für ein neues Leben

Oberding – Der Landkreis bekommt ein neues Flüchtlingsheim, das zu den größten in der Region gehört. In vier Häusern finden 108 Asylbewerber Platz. Die Regierung von Oberbayern richtet auf Oberdinger Flur zwischen Erding-West und Flughafentangente eine Gemeinschaftsunterkunft ein.

Mitten im Grünen, im Grenzgebiet zwischen Erding und Oberding, stechen die vier zweigeschossigen Wohnblöcke in unterschiedlichen Farben ins Auge. Der Dorfener Bauträger Georg Scharl hat zwischen dem Postverteilerzentrum in Erding-West und der Flughafentangente binnen sechs Monaten eines der größten Flüchtlingsheime im Landkreis gebaut. Diese Woche wurden die vier Neubauten an den Landkreis übergeben. Nutzen wird sie allerdings die Regierung von Oberbayern, die auf Oberdinger Flur wie beim Stiller in Lindum (Dorfen) eine Gemeinschaftsunterkunft realisiert.

Noch stehen die Häuser in gedämmter Stahlrahmenbauweise mit Trockenbauwänden – Scharl lehnt den Begriff Container ab und verweist auf den Standard als Geschosswohnungsbau – leer. „In den nächsten Wochen kommen die Möbel. In zwei Wochen könnten die ersten Flüchtlinge einziehen“, berichtet Christian Blatt, Leiter des Asylmanagaments im Landratsamt.

Die Zimmer sind geräumig, jeweils zwei Asylbewerber werden sich eins teilen. „Es gibt auch größere Räume für drei Personen beziehungsweise Familien“, erklärt Scharl. Der verantwortliche Ingenieur Christian Brunner vom Erdinger Büro ABB versichert: „Kein Schlafraum geht zur FTO hinaus. Auf dieser Seite befinden sich die Sanitärräume, Küchen und Gemeinschaftsräume.“ Die Häuser sind gedämmt. Die Lüftung kommt ohne offene Fenster aus. Heizung und Boiler werden mit Strom gespeist. „Es gibt hier kein Leitungsnetz. So ist es die wirtschaftlichste Lösung“, sagt Brunner. Fernwärme hätte sich erst ab einer Nutzungsdauer von 19 Jahren gelohnt.

Wer hier einzieht, weiß niemand. Bayerstorfer kann sich vorstellen, dass die Unterkünfte eines Tages an anerkannte Asylbewerber weiter vermietet werden. „Auf dem Markt gibt es einfach zu wenig Wohnungen“, bedauert er. Für Unterbringung und Betreuung sei aber nicht der Landkreis, sondern allein die Regierung zuständig.

Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke versichert jedoch, dass es einen Helferkreis gebe. Und er verspricht, „dass wir die Grünanlagen jetzt herrichten. Je nachdem, wer hier leben wird, für die werden wir Spiel- und Sportmöglichkeiten schaffen“.

Er und Bayerstorfer weisen den Vorwurf zurück, mit Absicht ein ortsfernes und Erding-nahes Grundstück gewählt zu haben. „Mit allen anderen Anfragen ist die Gemeinde gescheitert“, so der Landrat.

Bauherr Scharl freut sich, „eine Vorzeigeanlage für ganz Bayern geschaffen zu haben – und mit Firmen aus der Region als Auftragsnehmer“. Auch Bayerstorfer lobt die gelungene Kooperation. Trotz der stark rückläufigen Flüchtlingszahlen sei der Bau von der Regierung nie in Frage gestellt worden.

Hans Moritz

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