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Lauterbach auf Brautschau

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Von: Fabian Holzner

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Unterstützt von einer „Windmaschine“, die ein Zuschauer bedienen durfte, intonierte Bewie Bauer die Bayernhymne.
Unterstützt von einer „Windmaschine“, die ein Zuschauer bedienen durfte, intonierte Bewie Bauer die Bayernhymne. © Fabian Holzner

Gesundheitsminister Lauterbach, Papst Benedikt und noch viele Rollen mehr: Kabarettist Bewie Bauer rockte in Oberding durch sein buntes Soloprogramm.

Oberding – Einen „unvergesslichen Abend, von dem ich meinen Enkeln noch erzählen werde“, bescheinigt sich Bewie Bauer in seiner Rolle als konzeptloser, aufgeregter Georg Schönberger vom Kunst-Kultur-Klagen e.V. bereits nach der Pause. Hinzu kommen Manager Wolfram Brechtl, der sicher ist, dass die Begegnung mit ihm selbst „ein ganz großes Ereignis“ war, Frührentner und Weißbierliebhaber Specki, Gesundheitsminister Lauterbach und Papst Benedikt, der die 60 Zuschauer in der Mittelschule Oberding mit einem „Geht mit Gott, aber geht!“ verabschiedet.

Wer Bewie Bauer sagt, muss mit einem A wie Ambivalent beginnen. Mit seinem Soloprogramm „Ein Teenager wird 45 – Jetzt werd’s g’wampert“ unterhält der Erdinger Martin Bauer als Musiker, Comedian und Parodist. Organisiert wurde der Abend von der Gemeindebücherei.

Er springt von Rolle zu Rolle, wechselt schnell zwischen den Themen und ist mit wenigen Sätzen von der kratzigen Wollunterhose seiner Kindheit bei einer E-Gitarren-Version der Bayernhymne, anlässlich des 50. Thronjubiläums von Franz Josef Strauß.

Unverzichtbar für Bewie Bauer: das musikalische Equipment, eine der 25 „Herzchen-Gitarren“ und Zweitgitarre „Gitte“, anhand derer er sein „Gear Acquisition Syndrom“, also Musikzubehör-Anschaffungs-Syndrom, beweist. Er erinnert sich an die 80er, an peinliche Schulzeiterlebnisse und Zeitgeschichte im Kleinen, mit Wiedererkennungswert.

Technisch setzt das Programm viel auf aktuelle Möglichkeiten. Das Tablet auf der Bühne macht den Tontechniker abkömmlich, Stimmverzerrer und Musikbegleitung werden selbst eingespielt.

Ganz auf sein schauspielerisches Talent verlässt sich Bauer aber in seiner Paraderolle als Karl Lauterbach. In gesäuseltem rheinischen Dialekt, gespickt mit bekannten Füllwörtern, sucht der einsame Gesundheitsminister als Hobbybäcker und Freizeitpoet nach einer Partnerin. Zunächst muss eine Priorisierungsliste erstellt werden.

Priorität bei Martin Bauer hat, „den Gästen zwei Stunden eine gute Zeit zu bieten. Das ist momentan ganz wichtig“. Nach fast einem halben Jahr Zwangspause für sein Soloprogramm lieferte er ein souveränes Heimspiel ab und eröffnete gleichzeitig die Bühne der Schule mit ihrer ersten außerschulischen Veranstaltung.

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