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Auftakt zum Festgottesdienst: Die KLJB Niederding – hier die Mädels mit Blütenkranz im Haar – auf dem Weg.

60 Jahre KLJB Niederding 

Lebendig und traditionsbewusst

Niederding – Nach drei Tagen Party gab es zum Sonntag als Höhepunkt zum 60-jährigen Bestehen der KLJB Niederding einen lebendigen Festgottesdienst mit anschließender Fahrzeugweihe.

Begonnen hatte man schon ab 8 Uhr mit dem Empfang der Vereine. Pünktlich zum Glockenläuten um 10 Uhr stand der Festzug bereit, der angeführt von der Blaskapelle Moosinning zum Spielplatz geleitet wurde. Mit Pfarrer Philipp Kielbassa schritten Bürgermeister Bernhard Mücke, sein Stellvertreter Anton Nußrainer, die Altbürgermeister Franz Schweiger und Helmut Lackner sowie zahlreiche Gemeinderäte voran. Der Weg war gesäumt von blumengeschmückten Traktoren, einigen Autos und vielen Kinderfahrzeugen. Im Kirchenzug auch 14 Fahnen der Vereine und Verbände Oberdings. Genau gesagt dreizehneinhalb, denn die KLJB Notzing lief mit einem Bettlaken mit, auf dem bedauernd stand: „Unsa Fahna is beim Richten.“

Dass es ein besonderer Gottesdienst werden sollte, machte die KLJB zu Beginn deutlich. Mit einem Traktor fuhr sie vor den Altar und forderten per Megafon die Mitglieder auf, sich zu Tradition, Zusammenhalt und Glauben zu gesellen. Der Anhänger füllte sich rasch und diente als Tribüne zum Gottesdienst. Pfarrer Kielbassa gefiel es: „So funktioniert Werbung. Machen Sie das jeden Sonntag zum Kirchgang.“

Für den Glaubensinhalt demonstrierte die KLJB mit Verkehrsschildern – eines richtungsweisend nach oben, ein Bushalteschild, um auch mal innezuhalten, und ein Stopp-Schild vor falschen Werten.

Pfarrer Kielbassa ging auf Jesu Wort ein, Feuer und Spaltung auf die Erde zu bringen. Eine frohe Botschaft sei dies zunächst nicht. Aber die frohe Botschaft sei auch keine SMS oder eine Twitter-Nachricht, sondern „wir müssen unser bisschen Weisheit zusammenkratzen und uns darauf konzentrieren, was Gott uns zu sagen hat“. Im himmlischen Sprachgebrauch verdeutliche Feuer die Gegenwart Gottes. Es auf die Erde zu werfen, heiße, Gott allgegenwärtig zu machen.

Spaltung bedeute nichts anderes, als dass man keinen „faulen Frieden in Gleichgültigkeit findet, sondern Entscheidungen treffen muss“, gerade in jungen Jahren. Man dürfe nicht im überlieferten Glauben „vor sich hin dösen“, sondern müsse stets neu das Feuer im Herzen entfachen.

Gert Seidel

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