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Honig und Energie vom Feld (v. l.): Hannah (12), Ronja (9) und Thomas Fink mit Jakob Maier. 

Nachhaltige Fruchtfolge beim Maisanbau

Gut für Bienen und Bauern

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BBV-Kreisobmann Jakob Maier baut Wickroggen in die Fruchtfolge ein. Für ihn ist das eine Möglichkeit, als Betreiber einer Biogasanlage wirtschaftlich und gleichzeitig ökologisch nachhaltig zu arbeiten.

NiederdingDirekt hinter dem Haus von Hannah und Ronja Fink blühen die Wicken. Das freut die beiden Schwestern. Denn dort finden ihre Bienen Nahrung. Mit dem Nektar vom Feld der Landwirte Jakob Maier und Lorenz Strobl haben die Schülerinnen einen größeren Honigertrag. Sie bessern mit dem Verkauf der Gläser mit den selbst gestalteten Etiketten ihr Taschengeld auf. Den Wickroggen haben Strobl und Maier aber nicht den Mädchen zuliebe angepflanzt. Den Betreibern einer Biogasanlage geht es um eine möglichst nachhaltige Fruchtfolge im Wechsel mit der Energiepflanze Mais.

Die Mischkultur sei „die ideale Vorfrucht für Mais“, berichtet Maier, der seit Februar BBV-Kreisobmann ist. Enthalten seien unter anderem verschiedene Wickenarten, Winterroggen und Wintererbse. Eineinhalb Jahre lang habe der Wickroggen nun auf dem fünf Hektar großen Feld gestanden. Nach jeder der vier Ernten mache die verbleibende Grasuntersaat aus dem Feld eine Ackergraskultur, ohne dass Pflügen oder Säen notwendig sind. Wicke und Erbse sammeln Stickstoff und reichern den Boden damit auf natürliche Weise an. Eine gute Grundlage für den Mais, der als nächstes auf dem Acker stehen soll.

„Der Mais ist der Hauptbestandteil für den Methanertrag je Hektar“, sagt Maier. Als Landwirt denkt er da wirtschaftlich. Eine solche Fruchtfolge sei natürlich nur eine Möglichkeit von vielen. Doch so könnten Betreiber von Biogasanlagen Biodiversität auf den Fluren erweitern – also Lebewesen von Biene bis Feldhase Lebensräume bieten. Für Maier ist das eine sinnvolle Ergänzung zum „nach wie vor notwendigen Anbau unserer bewährten Kulturen zur Lebensmittelerzeugung“.

Thomas Fink ist begeistert davon. Der Schreiner im Jugendwerk Birkeneck betreibt eine Landwirtschaft im Nebenerwerb. Die Leidenschaft fürs Imkern und die zwölf familieneigenen Bienenvölker hat er seinen Töchtern weitergegeben. „Man merkt schon, dass etwas in der Nähe ist. Die Bienen sind vitaler, die Honigmenge ist größer“, erzählt Fink.

Viele Landwirte, die Energiepflanzen anbauen, hätten hier schon ein Bewusstsein entwickelt, erzählt Maier. So seien immer häufiger Blühstreifen am Rand von Maisfeldern zu sehen. Nachhaltigkeit – auch beim Erhalt der Humus-Schicht – dürfe nicht die Sache von ein paar Idealisten sein, sagt der Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbands. Biodiversität habe auf dem Markt aber bisher kaum einen Wert. „Das macht es schwierig.“

Das größte Problem sei ohnehin die „hemmungslose Verschwendung der wertvollen Ressource Land für fragwürdige Infrastrukturprojekte und Gewerbegebiete“, meint Maier. „Dadurch sind die Landwirte gezwungen, die verbleibenden Flächen immer intensiver zu bewirtschaften“, erklärt der Kreisobmann.

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