+
Die beiden Varianten, vertikal verlaufend (l.) oder horizontal, stellte Architekt Arthur Schankula vor.

Neubau in Oberding

Debatte um das Holzgesicht der Schule

  • schließen

Die neue Grund- und Mittelschule in Oberding erhält eine Holzfassade. Das steht schon länger fest. Der Gemeinderat hat nun aber die Detailarbeit angepackt.

Oberding – Die neue Grund- und Mittelschule in Oberding bekommt allmählich ein Gesicht. Für den Neubau, der diesen Herbst beginnen soll und rund zwei Jahre in Anspruch nehmen wird, hat der Gemeinderat nun besprochen, wie die Holzfassade aussehen könnte. Der Münchner Architekt Arthur Schankula stellte hierzu zwei mögliche Varianten vor, wobei er keinen Hehl daraus machte, welche seine Favoritin ist. Das sah letzten Endes auch das Gremium so. Nicht aber, ohne zuvor einzelne Aspekte eifrig diskutiert zu haben.

Die erste Variante ist ein Falzbrett mit eingefrästen Überlappungen, das horizontal verläuft. Das Regenwasser würde hier nicht so gut ablaufen wie bei Variante zwei, bei der die Fugen vertikal verlaufen. Sie sei „aus technischer Sicht empfehlenswert. Da läuft das Wasser immer ab, und man hat nie die Gefahr, dass es sich in den Fugen hält.“ Ein weiterer Nachteil von Option eins: „Das wird markanter wirken auf die Entfernung.“

Zudem bestehe die von Schankula favorisierte Fassade aus zwei Phasen. Zur Hälfte liegen die Bretter eng beieinander, mit nur schmalen Fugen, zur Hälfte gibt es zwischen den Latten größere Abstände (siehe linke Bildhälfte).„Mit diesen zwei Phasen kommt Leben rein“, befand Schankula. Gemeinderat Matthias Reitinger meinte dazu scherzhaft: „Bei den breiteren Abständen hat man das Gefühl: Da sind die Bretter ausgegangen.“ Dort könnten sich Vögel einnisten, befürchtete Franz Schweiger. Oder gar Wespen und Hornissen, wie Anton Sepp anmerkte. Ob das so kommt, hängt vom Glück ab. Das erklärte Bürgermeister Bernhard Mücke. Als Schreiner weiß er, dass man keine Fassade finden werde, die von vorneherein ausschließt, dass sich dort Insekten einnisten. Er habe daheim selbst Nester.

Reitinger befürchtete zudem, dass es im luftigeren Bereich zu sehr reinregnen könnte und schlug vor, die Querbalken an der Innenseite, an denen die Bretter befestigt sind, statt wie vorgeschlagen aus Holz lieber aus Alu machen sollte. Das wäre ungewöhnlich, fand Schankula, der sich wegen des Regens keine Sorgen machte.

„Mir gefällt die Mischung gut“, meinte Johann-Peter Haun. Eine Fassade sei eben der Witterung ausgesetzt. Er kenne andere Schulen, die ohne luftigere Elemente aussähen wie Bunker. Schankula erklärte, die Fassade habe eine hohe Lebensdauer. Die Frage nach 50 Jahren wollte er nicht mit Nein beantworten. Alle zehn Jahre in etwa müsse neu gestrichen werden.

Erna Schöttl war vom Farbton nicht so recht begeistert. „Steht der schon fest?“, fragte sie. Eigentlich schon, meinte Schankula. „Das ist eine Mischung aus Holzton und vorvergraut.“ Zu Letzterem entwickle sich die Farbe ohnehin im Laufe der Zeit. „Ich traue mich nicht, mit frischen Farben zu arbeiten, weil das Holz altert“, so Schankula. Bei Tageslicht wirke die Fassade außerdem freundlicher als im Sitzungssaal.

Letztlich sprachen sich die Räte einstimmig für die vertikale Variante aus. Ein endgültiger Entschluss soll aber erst in der Sitzung am 12. Juni fallen. Details sind noch zu klären, zum Beispiel, ob vielleicht doch Alu zum Einsatz kommt. Zudem steht noch nicht fest, ob die Fassade, wie von Schankula vorgeschlagen, aus Fichtenholz bestehen soll oder doch aus Lärchenholz. Was das alles für die Kosten bedeuten würde, will Mücke erst in Gesprächen klären. Jetzt werden beide Optionen erst einmal im Bauhof aufgehängt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Premiere an neuer Wirkungsstätte
Die Jahreshauptversammlung der Jungschützen Taufkirchen trafen sich am Waldbad. Schützenmeister Helmut Zimmer ließ die Entstehungsgeschichte der Räumlichkeiten noch …
Premiere an neuer Wirkungsstätte
Isener Bücherei platzt aus allen Nähten
Seit mehr als 60 Jahren sorgt die katholische öffentliche Bücherei St. Zeno für die kulturelle Teilhabe der Isener. Doch die Bücherei plagen Platzprobleme.
Isener Bücherei platzt aus allen Nähten
Gruselige Deko, unheimliche Geschichten
Zur schaurig-schönen Dekoration des Büchereiteams erzählten Beate Welsch, Sigrid Sommer, Moni Lößl und Nicolas Wachter unheimliche Geschichten. 
Gruselige Deko, unheimliche Geschichten
Der Maroni-Mann war der Täter
AWO-Präsident Fritz Steinberger musste sich an vergangenen Mittwoch vor dem Gericht wegen Körperverletzung verantworten. 
Der Maroni-Mann war der Täter

Kommentare