Viel zu eng geworden ist es im Gerätehaus der Schwaiger Feuerwehr. Der Anhänger hinten rechts im Bild hat längst keinen Platz mehr drinnen. Dort werden die drei kleineren Fahrzeuge sogar hintereinander geparkt, um noch unterzukommen.
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Viel zu eng geworden ist es im Gerätehaus der Schwaiger Feuerwehr. Der Anhänger hinten rechts im Bild hat längst keinen Platz mehr drinnen. Dort werden die drei kleineren Fahrzeuge sogar hintereinander geparkt, um noch unterzukommen.

Gemeinderat legt sich auf Abriss und Neubau am aktuellen Standort fest – 2,7 Millionen Euro

Neues Zuhause für die Schwaiger Feuerwehr

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Viel zu eng ist es geworden im fast 40 Jahre alten Schwaiger Feuerwehrgerätehaus. Der Gemeinderat hat sich nun darauf festgelegt, was unternommen werden soll.

Schwaig – Drei Fahrzeuge müssen in der Garage hintereinander geparkt werden, der Anhänger steht draußen im Hof, weil er drinnen längst keinen Platz mehr hat. Kurzum: „Das ist suboptimal. Es ist beengt ohne Ende“, sagt Dirk Lippold, seines Zeichens Kommandant der Schwaiger Feuerwehr. Für seine Mannen wird es auf absehbare Zeit jedoch luftiger: Der Gemeinderat, dem Lippold auch selbst angehört (WG Schwaig), hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen, dass das Feuerwehrgerätehaus abgerissen und am aktuellen Standort ein neues errichtet wird. Kostenpunkt nach erster grober Schätzung ohne Einberechnung des aktuellen Baustoffmangels: rund 2,7 Millionen Euro.

Es ist nach dem städtebaulichen Wettbewerb für das neue Rathaus inklusive Wohnbebauung in Oberding (wir berichteten) das nächste große Projekt, das die Gemeinde nun binnen kurzer Zeit trotz Corona forciert. Hinter den Kulissen wird freilich schon länger gegrübelt. Architekt Ludwig Maier aus Wörth, der bereits für die Wehren in Notzing und Aufkirchen im Auftrag der Gemeinde aktiv gewesen ist, hat mit einer Arbeitsgruppe der Schwaiger Wehr letztlich drei Alternativen für die erste grobe Marschrichtung zusammengestellt, über die der Rat nun entscheiden sollte.

Die erste Option für rund 1,2 Millionen Euro hätte eine Sanierung des Feuerwehrhauses vorgesehen und neue Stellplätze für das Wohnhaus mit sechs Wohnungen nebenan. Dieses befindet sich in Hand der Kommune und wird von Gemeindebürgern unabhängig von der Wehr bewohnt.

Auf Variante zwei hat sich der Gemeinderat nun festgelegt. Sie sieht einen Neubau und den Abriss des bestehenden Hauses vor. Die Skizze zeigt die erste grobe Planung mit fünf Ausfahrten. Das Haus kann letztlich ganz anders ausschauen.

Variante zwei, letztlich klar favorisiert, sieht ein komplett neues Gerätehaus vor, das Wohnhaus bleibt bestehen und bekommt neue Garagen. „Mir gefällt diese Lösung am besten, in einer Sanierung des Feuerwehrhauses sehe ich nicht viel Erfolg“, meinte Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU).

Zur Wahl stand noch die mit Abstand teuerste dritte Variante für 7,3 Millionen Euro, bei der neben dem Gerätehausneubau auch das Wohnhaus abgerissen und stattdessen ein neues mit dann sogar 16 Wohneinheiten und Tiefgarage errichtet würde. Für die Unterbringung der aktuellen Bewohner während der Bauphase hätte man sich schon was einfallen lassen, ist sich Lippold im Gespräch mit unserer Zeitung sicher. Nur: Den Neubau braucht es seiner Ansicht nach nicht. Das Haus, wie das der Feuerwehr, sei Baujahr 1983, habe aber keine baulichen Mängel und gehöre höchstens etwas aufgehübscht.

Anders sieht es dagegen nach knapp vier Jahrzehnten für das Gerätehaus aus. Laut Gemeinde war der Bau damals für eine Wehr mit einem Fahrzeug und rund 20 Einsätzen im Jahr ausgelegt. Heute zählt die Schwaiger Feuerwehr mit ihren 48 Aktiven (nur Erwachsene, hinzu kommen rund zwölf aus der Jugend) vier Gefährte: das noch recht neue Tanklöschfahrzeug 4000, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, ein Mehrzweckfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen. Und vor der Pandemie waren laut Lippold 160 Einsätze jährlich Normalität.

Das neue Zuhause der Floriansjünger soll für die Fahrzeughalle dann fünf statt der aktuell drei Ausfahrten bekommen, hinzu kommt ein Sozialtrakt mit Umkleiden, Schulungs- und Lagerräumen.

„Das Mehrfamilienhaus könnte man immer noch machen“, meinte Feuerwehrreferent Georg Maier (WG Notzing) in der Ratssitzung, auch er sprach sich klar für Variante zwei aus. Hinsichtlich der vielen Auflagen heutzutage führe an einem Neubau fast kein Weg vorbei, befand Wolfgang Hirner (WG Aufkirchen).

Mücke machte deutlich, dass die Gemeinde das Projekt nicht ewig vor sich herschieben will. Lippold hält auf Nachfrage unserer Zeitung einen Baubeginn für das Jahr 2023 für realistisch.

Matthias Reitinger erkundigte sich nach dem Flachdach, das er in der Skizze erkannt hatte. Da sei noch gar nichts fix, betonte Mücke. Es handle sich um eine erste grobe Planung. Das tatsächliche Haus könne letztlich ganz anders aussehen.

Für die Unterbringung der Feuerwehr während der Bauphase, versprach Mücke, gibt es bereits eine gute Lösung, Details wollte er jedoch noch nicht preisgeben.

Kurz riss das Gremium auch die Frage an, ob nicht sogar ein anderer Standort für das neue Gerätehaus denkbar wäre. Überlegungen dahingehend hatte es zumindest gegeben. Doch an der Kirchenstraße sei die Zufahrt schwierig, und im Gewerbegebiet könne man vielleicht die Hilfs- und Einsatzfristen nicht einhalten, erklärte Mücke. Deshalb ist für ihn der aktuelle Standort mitten im Ort auch der beste.

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