Zweimal wurden die Sanierungsarbeiten an der Niederdinger Kirche bereits vom Gemeinderat bezuschusst. Der dritte Antrag sorgte bei einigen Räten für Unverständnis.
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Teurer als gedacht: Für die Teilsanierung an Fassade und Friedhofsmauer der Niederdinger Kirche St. Martin war viel mehr Geld erforderlich als anfangs kalkuliert.

Dritter Zuschussantrag

Niederdinger Pfarrkirche St. Martin: Sanierung fast doppelt so teuer wie gedacht

Zweimal wurden die Sanierungsarbeiten an der Niederdinger Kirche bereits vom Gemeinderat bezuschusst. Der dritte Antrag sorgte bei einigen Räten für Unverständnis.

NiederdingZweimal hat die Gemeinde Oberding die Renovierungsmaßnahmen an der Niederdinger Pfarrkirche St. Martin bereits bezuschusst. Jetzt lag dem Gemeinderat ein weiterer Antrag vor. Denn die endgültigen Kosten sind höher als noch vor einem Jahr kalkuliert. Verständnis für den Antrag hatten dafür nicht alle Räte.

Bereits 2014 hatte die Katholische Kirchenstiftung einen kommunalen Zuschuss beantragt. Die Kostenschätzung für die Maßnahmen beliefen sich damals auf knapp 60 000 Euro. Konkret ging es dabei um die Teilsanierung der Fassade und Putzschäden an der Friedhofsmauer. Damals gewährte die Gemeinde einen Zuschuss von zehn Prozent, knapp 6000 Euro.

„Geben ist seliger denn nehmen“

Voriges Jahr bat die Kirchenstiftung um eine weiterer Subventionierung, weil die Kosten um rund 27 300 Euro auf gut 87 000 Euro gestiegen waren. Auch damals stimmte der Gemeinderat zu und zahlte wieder zehn Prozent, also 2730 Euro. Nun, nach Abschluss der Renovierungsarbeiten, stehen die endgültigen Kosten fest: rund 115 000 Euro. Das sind noch mal gut 28 000 Euro mehr als vor einem Jahr kalkuliert und fast doppelt so viel wie zu Baubeginn angenommen.

„Das kann nicht sein, dass da die kalkulierten Kosten um fast 100 Prozent überschritten werden“, sagte Johann Wachinger (WG Aufkirchen). Das Erzbistum München und Freising sei eines der reichsten. Dass die Kirchenstiftung nun schon zum dritten Mal einen Zuschuss beantrage, sei „eine Unverschämtheit“, ärgerte sich Wachinger und zitierte aus der Bibel: „Geben ist seliger denn nehmen.“

Kostenexplosion kommt bei alten Gebäuden vor

Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) erklärte, dass die Arbeiten länger gedauert hätten als gedacht. Das komme bei alten Gebäuden nicht selten vor: „Erst werden die Kosten geschätzt. Und während der Sanierung werden immer wieder neue Mängel bekannt.“ Wolfgang Hirner (WG Aufkirchen) ließ sich davon nicht beeindrucken: „Die jüngste Schätzung war 2019. Wir haben schon damals diskutiert, und jetzt reicht das Geld wieder nicht.“

Verständnis hatte dagegen Georg Stemmer (CSU). Die Niederdinger Kirche sei der Ortsmittelpunkt und habe gesellschaftliche Bedeutung: „Die Mauer war in keinem guten Zustand, da explodieren die Kosten halt.“ Außerdem komme der Antrag nicht vom Bistum, sondern von der Kirchverwaltung: „Das sind die armen Leute hier, die nichts dafür können“, so Stemmer weiter.

Matthias Reitinger (WG Oberding) wollte wissen, wer die Kosten trage, wenn der Zuschuss nicht gewährt wird. Mit dieser Frage war die Diskussion vorerst beendet. Mücke vertagte die Abstimmung: „Ich frage nach, und dann sprechen wir in der nächsten Sitzung noch mal darüber.“

Mayls Majurani

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