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Am Klosterweg ging eine Woche nichts mehr. 

Nach einwöchiger Störung: Unternehmen nimmt Stellung

Niederdingern stinkt‘s: Telekom-Frust am Klosterweg

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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„Bei der Telekom gibt es nichts, was den Namen Kundenservice verdient“, schimpft Regina Böttcher. Sie ist eine der Leidtragenden des Kabelschadens, der vom 23. Juni bis 1. Juli dafür gesorgt hat, dass die Anwohner des Klosterwegs in Niederding ohne Telefon und Internet auskommen mussten. Nach unserem Bericht in der Donnerstagsausgabe haben nun mehrere Anwohner ihrem Ärger auf das Telekommunikationsunternehmen Luft gemacht. Dieses nimmt auf Anfrage Stellung und schiebt den Schwarzen Peter anderen Firmen zu.

Niederding – Böttcher kritisiert etwa, dass es nur eine Telefonnummer für Störungen bei der Telekom gebe – „irgendwo in Deutschland, bei der man zeitweise über zehn Minuten warten muss bei dem Versuch, Infos zu erhalten. Jedes Mal hat man einen anderen Mitarbeiter in der Leitung, der gebetsmühlenartig wiederholt, es liege eine Störung vor, Genaueres wisse man nicht“, berichtet die Niederdingerin. Und: „Im Telekom-Laden in Erding wusste man von nichts. Man riet mir, einen Startrouter anzufordern. Den gebe es aber nicht vor Ort, sondern man müsse anrufen. Mir wurde dann mitgeteilt, den Router bekomme man erst bei einem Internetausfall von 14 Tagen.“ Bitter für die Selbstständige: Sie arbeitet im Homeoffice, ist also auf Internet angewiesen ist. „Meine Arbeit wurde außerordentlich erschwert, da ich weder E-Mails erhalten noch verschicken, keine Videokonferenzen durchführen konnte und so weiter.“

Böttcher und eine weitere Familie des Klosterwegs berichten von einer über 90-jährigen Nachbarin, die gestürzt sei und wegen der Störung ihren Not-Alarmknopf nicht habe benutzen können. „Sie konnte weder selber telefonieren noch telefonisch erreicht werden“, so Böttcher.

„Kunden, die Dienste wie den Hausnotruf nutzen, sollten bei der Störungsmeldung unbedingt darauf verweisen“, rät dazu Stephan Althoff von der Telekom, die in einem solchen Fall ein Handy samt SIM-Karte zur Verfügung stelle. „Bei älteren Kunden fragen unsere Mitarbeiter im Servicecenter in der Regel auch, ob der Ausfall solcher Dienste mit einem Handy ersetzt werden soll.“

Die lange Wartezeit an der Service-Hotline habe nichts damit zu tun, dass es nur eine Nummer gebe. „Es kam leider aufgrund der starken, bundesweiten Unwetter und des damit verbundenen sprunghaft gestiegenen Anrufvolumens vorübergehend zu Engpässen“, so Althoff. Störungen wie in Niederding entstünden fast immer durch Bauarbeiten Dritter. Wie berichtet, auch in Niederding: Das Kabel war neben der ED 9 verlaufen und sollte bei den Ausbauarbeiten an der Kreisstraße verlegt werden.

„Die verantwortliche Firma hatte die massive Beschädigung zunächst nicht gemeldet. Nachdem unsere Techniker den Fehler lokalisiert hatten, musste sie das beschädigte Kabel wieder freilegen. Anschließend haben unsere Kollegen dann das Kabel auf einer Länge von 40 Metern ersetzt“, berichtet Althoff.

Je nach Umfang der Störung seien zum Teil aufwendige Messarbeiten nötig, um Fehler zu lokalisieren. Bei Kabelbeschädigungen wie in Niederding komme häufig hinzu, dass vor der eigentlichen Reparatur Tiefbauarbeiten vorgenommen werden müssten, die je nach Witterung Zeit in Anspruch nähmen. „In vielen Fällen ist zuvor auch noch eine behördliche Genehmigung zu den Aufgrabe-Arbeiten einzuholen“, schildert Althoff. Anders als es Böttcher berichtet, werde ein Startrouter seiner Auskunft zufolge bei Problemen unabhängig von der potenziellen Dauer der Störung angeboten.

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