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In ungewohnt kleiner Runde, dafür mit reichlich Abstand tagte der Oberdinger Gemeinderat am Dienstag im Sitzungssaal in Form eines Ferienausschusses. Mit dabei (von links, im Uhrzeigersinn): Anton Huber, Matthias Reitinger, 2. Bürgermeister Anton Nußrainer, Bürgermeister Bernhard Mücke, VG-Geschäftsleiter Josef Steinkirchner, 3. Bürgermeister Franz Schweiger, Bernhard Meier und Georg Ascher.

Eine etwas andere Sitzung

Notlösung Ferienausschuss: Nach Corona-Verdachtsfällen tagt Oberdings Gemeinderat später und in kleinerer Form

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In Form eines Ferienausschusses hat der Oberdinger Gemeinderat am Dienstag getagt. Auf der Tagesordnung standen dabei viele Punkte, die eigentlich schon in einer für den 24. März anberaumten Sitzung hätten behandelt werden sollen. Wie berichtet, wurde diese jedoch noch an selbigem Tag kurzfristig abgesagt. Der Grund: Es gab Corona-Verdachtsfälle, auch unter den Mitarbeitern im Rathaus.

Oberding – Josef Steinkirchner, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG), hat das unserer Zeitung vor der Ausschusssitzung mitgeteilt. „Es hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst“, kann er jedoch Entwarnung geben. Zudem sei Vieles für die letztlich abgesagte Sitzung „noch zu undefiniert“ gewesen. Und was eventuell dringend zu tätigende Beschlüsse anging, „hat letztes Mal nichts gebrannt“. Alles, was nicht eile, werde verschoben.

Die Köpfe für den Ferienausschuss wurden Steinkirchner zufolge per Umlaufbeschluss bestimmt. Bei diesem erklären sämtliche Räte schriftlich ihre Zustimmung. Das siebenköpfige Gremium bilden vier Gemeinderäte und die drei Bürgermeister. Dabei handelt es sich um die gleichen Namen, die auch die Gemeinde Oberding in der VG-Versammlung mit den Eittinger Kollegen vertreten. „Der Umlaufbeschluss ist eigentlich nicht zulässig, aber in diesem Fall wurde er ausnahmsweise vom Innenministerium und dem Gemeindetag empfohlen“, erklärt Steinkirchner.

Nächste Sitzung in Dreifachturnhalle und in Vollbesetzung

Die nächste Gemeinderatssitzung in zwei Wochen werde dann wieder in Vollbesetzung stattfinden. Dann allerdings wegen des Sicherheitsabstands in der Dreifachturnhalle. Der Ferienausschuss tagte derweil wie gewohnt im Sitzungssaal im ersten Stock des Bürgerhauses. Die ausgefallene Sitzung Ende März hätte dort ein Stockwerk tiefer im größeren Bürgersaal stattfinden sollen.

Im Rathaus läuft derweil der Betrieb hinter verschlossenen Türen. Termine für Bürger wurden auf ein Mindestmaß reduziert, nur mit telefonischer Vereinbarung werden solche gewährt, zum Beispiel bei Sterbefällen. Auf einen neuen Ausweis müsse man halt mal 14 Tage warten, sagt Steinkirchner über die Dinge, die derzeit nicht dringend genug sind für einen Besuch im Rathaus. „Wir reden ja hoffentlich nicht von Monaten und Jahren.“

Ein Zuhörer kommt doch

50 Prozent der Mitarbeiter arbeiten laut dem Geschäftsleiter derzeit vor Ort im Rathaus, der Rest ist im Homeoffice. Dahingehend berichtet Steinkirchner von einer glücklichen Fügung. Denn in Oberding wurde gerade daran getüftelt, die EDV so umzustellen, dass Einrichtungen wie der Kindergarten nicht mehr extern sind, sondern ein interner Teil des Netzwerks werden. Dafür waren einige Rechner bestellt worden. „Die wurden jetzt für Homeoffice zweckentfremdet“, sagt Steinkirchner.

Etwas paradox war die Situation für die gestrige Sitzung schon. Wie Bürgermeister Bernhard Mücke erklärte, müsse diese ja öffentlich sein, Zuhörer könnten sich – die Abstandsregelungen befolgend – durchaus einfinden. Geht es allerdings nach den Ausgangsbeschränkungen, dürfte eigentlich keiner sein Haus verlassen, um eine Gemeinderatssitzung zu verfolgen. So oder so: Am Dienstag fand sich abgesehen von unserem Berichterstatter tatsächlich genau ein weiterer Zuhörer ein.

Zwei große Mehrfamilienhäuser in Notzing

Und was wurde in der Sitzung so alles beschlossen? Neben den Bebauungsplänen für die Alte Hauptstraße und die Herrnstraße in Niederding (Bericht folgt) standen vor allem Bauanträge auf der Tagesordnung des Ferienausschusses. Ganz schön knapp war es etwa für den Neubau zweier großer Mehrfamilienhäuser für je neun Familien neben der Metzgerei an der Römerstraße  in Notzing. Dort ist eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen geplant, hinzu kommen 21 oberirdische. Im Zuge der Vorprüfung hatte das Landratsamt mitgeteilt: „Da gemäß der Planung keine neuen Gebäude entstehen, die westlicher als das bisherige Nebengebäude liegen, wird eine gesamte Innenbereichslage beider Wohnhäuser gerade noch als vertretbar angenommen.“ Keine 50 Zentimeter mehr wären noch gegangen, erklärte Mücke dazu auf Nachfrage von Matthias Reitinger. Der Rat gab letztlich einstimmig grünes Licht für den Bauantrag.

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