Eine 6000 Quadratmeter große Ackerfläche in Notzing wird zur Blumenwiese. Der Bund Naturschutz sät dort unter anderem seltene Wildkräuter an.
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Insektenfreundliche Umgestaltung: Landwirt Jakob Gerbl aus Oberding übernahm die Ansaat der ehemaligen Ackerfläche am Notzinger Ortsrand. Hier soll es künftig Wildbienen und Schmetterlinge statt Mais geben.

6000 Quadratmeter großes Feld

Notzinger Ackerfläche wird zur insektenfreundlichen Blumenwiese

Eine 6000 Quadratmeter große Ackerfläche in Notzing wird zur Blumenwiese. Der Bund Naturschutz sät dort unter anderem seltene Wildkräuter an.

Notzing– Ein ehemaliger Acker in Notzing wird zur Blumenwiese. Im Frühjahr 2019 bot die Eigentümerin die etwa 6000 Quadratmeter große Fläche am Notzinger Ortsrand dem Bund Naturschutz (BN) zur Pacht an. Einzige Bedingung: Es soll eine insektenfreundliche Blumenwiese angelegt werden.

Diese Herausforderung nahm der BN gerne an. Wolfgang Fritz, Vorstandsmitglied der Erdinger Kreisgruppe, verhandelte mit den Bauern, die die Ansaat übernehmen sollten. Dazu erklärte sich Landwirt Jakob Gerbl aus Oberding bereit. Auch die künftige Pflege sollen örtliche Bauern übernehmen. „Da haben wir aber noch Zeit, die Wiese muss im ersten Jahr nur ein oder zwei mal gemäht werden“, erzählt der Oberdinger auf Nachfrage unserer Zeitung. Außerdem bemüht sich Fritz um Fördermittel. Rund 2000 Euro kostete das Saatgut. Die Bewilligungsverfahren für EU- und Gemeindefördergelder liefen derzeit. Außerdem bekommt der BN Unterstützung von der Naturschützergruppe Eichenried um Kerstin Müller und Pia Brunold, die auf der Webseite www.artenvielfalt-notzing.de Spenden sammeln.

Seltene Ackerwildkräuter

Wie die Fläche künftig ausschauen soll, entwarf Sascha Alexander von der Kreisgruppe. „Er ist ein guter Artenkenner, vor allem was Insekten und Schmetterlinge betrifft“, versichert Fritz. Am nördlichen Rand ist die Pflanzung von heimischen Gehölzen in lockeren Inseln geplant. Ein 4,5 Meter breiter Streifen an der Westseite ist für seltene Ackerwildkräuter, beispielsweise Frauenspiegel oder Kornrade, reserviert.

Die Fläche wurde Ende März bereits 25 Zentimeter tief gefräst, um die Maisstrünke vom Vorjahr zu zerkleinern. Im April sollte dann die Ansaat erfolgen, doch das Wetter spielte nicht mit – es war zu trocken. Also wartete die Kreisgruppe. Als in der zweiten Maiwoche endlich Regen fiel, konnte auch mit dem Ansäen begonnen werden. Der Lehrstuhl für Ökologischen Landbau in Weihenstephan plant eine regelmäßige Bodenuntersuchung unter Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen.

Die Arbeitsschritte und die Entwicklung der Wiese werden auf der Website der Kreisgruppe (erding.bund-naturschutz.de) dokumentiert. Außerdem kann sich auch jeder Radler oder Spaziergänger selbst ein Bild vor Ort machen: Der ehemalige Acker befindet sich, von Aufkirchen kommend, auf der rechten Seite am Ortsrand.

ma

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