1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Oberding

Naturparadies für Notzings Nachwuchs

Erstellt:

Von: Bernd Heinzinger

Kommentare

Immer startklar für ihr Haus: Leiterin Simone Thalhammer vor dem Notzinger Kindergarten, wo nun gefeiert wird.
Immer startklar für ihr Haus: Leiterin Simone Thalhammer vor dem Notzinger Kindergarten, wo nun gefeiert wird. © Bernd Heinzinger

Mit einem Jahr coronabedingter Verspätung feiert der Notzinger Gemeindekindergarten St. Nikolaus am Samstag, 9. Juli, seinen 20. Geburtstag. Ab 10 Uhr ist eine Menge geplant, unter anderem kommen der Münchner Kasperl und Zauberclown Manuela, dazu lädt eine Hüpfburg zum Spielen ein, und der Naturerlebnisgarten wird für alle Besucher geöffnet.

Notzing – Dieser Garten ist etwas ganz Besonderes, betont Kindergarten-Leiterin Simone Thalhammer: „Dort gibt es Wiesenflächen, Nutzgehölze oder Pflückstauden. An der Naturwand können die Kinder klettern, und die Rutsche ist an einem kleinen Berg angebracht.“ Dieser könne im Winter auch zum Schlittenfahren genutzt werden, ganzjährig stehen dazu Bäume zum Klettern oder eine Sand- und Matschzone zum Austoben parat.“ Ein wirkliches Paradies für den Notzinger Nachwuchs: „Die Natur möglichst stark einzubeziehen und die Kinder daran teilhaben zu lassen, das war von Beginn an sehr wichtig in unserer Einrichtung“, sagt Thalhammer.

Vor gut zwei Jahrzehnten fiel im Oberdinger Gemeinderat die Entscheidung, den Kindergarten in Notzing zu gründen. Laut Thalhammer war der Ortsteil damals einfach an der Reihe, der Bedarf für zwei Gruppen mit je 25 Kindern gegeben. Die bereits bestehenden Kindergärten im Oberdinger Gemeindegebiet liefen allesamt unter kirchlicher Trägerschaft, die Einrichtung in Notzing aber wollte die Gemeinde selbst unter ihren Fittichen haben.

Die zehn Mitarbeiterinnen in Notzing arbeiten mit einem teiloffenen Konzept. Die Leiterin erklärt: „Die Kleinen sollen viele Möglichkeiten bekommen, sich ihre Spielorte selbst zu wählen und sich in den Räumen frei zu bewegen.“ Mitspracherecht hat der Nachwuchs auch bei den Turnstunden mit einem psychomotorischen Konzept. Thalhammer: „Wir beziehen die Kinder mit ein, sie bestimmen zum Teil, wie die Turnstunden ablaufen, wie sie sich fördern wollen.“ Die meiste Zeit verbringen sie aber draußen, und das bei jedem Wetter.

Zum Saubermachen gibt es extra eine Schmutzschleuse in die Räume des Kindergartens. Neben dem Toben im eigenen Naturerlebnisgarten geht es auch häufig auf Ausflüge, unter anderem zum Erdbeerfeld, auf den Kartoffelacker, an den Weiher oder in den Wald. Der Kindergarten profitiert von vielen Kooperationen im Ort, beispielsweise mit Landwirten. „Hier ist die Welt noch in Ordnung, und man kennt sich einfach“, sagt Thalhammer dazu. Und: „Das Engagement der Eltern ist ebenfalls beachtlich groß.“

Die Größe mit zwei Gruppen passt derzeit nach wie vor, Angebot und Nachfrage hielten sich die Waage. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre habe sich insgesamt wenig geändert: „Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist ein bisschen größer geworden, sie werden noch mehr involviert.“ Außerdem sei der Anteil der doppelt Berufstätigen deutlich gestiegen. In der Einrichtung gilt aber damals wie heute: „Die Kinder stehen an erster Stelle. Sie sollen sich wohlfühlen und uns als selbstständige und individuelle Persönlichkeit wieder verlassen“, bekräftigt Thalhammer.

Jetzt steht aber erst mal die Feier an. Die Planungen dafür liefen – laut Thalhammer vor allem dank des Engagements des Elternbeirats – bislang perfekt, und alle fiebern bereits auf den großen Tag hin.

Auch interessant

Kommentare