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Rundgang um die Streit-Baustelle: Behördenvertreter und Lokalpolitiker besichtigten den Stand der Arbeiten am Nottzinger Weiher. 

Notzinger Weiher

„Naturnah“ gebaggert und gefällt

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Beim Rundgang um die Baustelle für den Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher betont Landrat Martin Bayerstorfer, dass bei den Arbeiten so naturschonend vorgegangen werde wie möglich. Kritik gab‘s trotzdem

Notzing – Kaltes Wetter, aber ein heißes Thema: Landrat Martin Bayerstorfer hat am Freitagmorgen zum Rundgang um die Baustelle am Notzinger Weiher eingeladen, an dem ein Jugendzeltplatz entsteht. Gekommen waren Mitglieder des Kreistags, der Gemeinde Oberding und des Notzinger Ortsausschusses sowie Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und des Planungsbüros Narr-Rist-Türk. Das Landratsamt als Bauherr wollte vor allem eines klarstellen: Hier wird so naturschonend vorgegangen wie möglich. Kritische Stimmen gab es trotzdem.

Matthias Huber, Leiter Liegenschaftsmanagement im Landratsamt, sprach die von der Firma Wurzer Anfang vergangener Woche gefällten 15 Bäume an – weniger als die zunächst angedachten 18. Er verwies auf für den Baumschutz errichtete Holzwände und Wurzelschutzgräben. Man habe sich an bestehenden Bäumen orientiert und mehr erhalten als geplant.

Blaue Holzpflöcke markieren die Stellen, an denen nachgepflanzt werden soll – 25 Bäume und 100 Sträucher. Bereits zu erkennen ist die 1,50 Meter breite Wegeführung für den Naturlehrpfad. Was an den Stationen des Lehrpfads genau geboten wird, konnte Huber noch nicht sagen. Die Planungen liefen aber. Der Jugendzeltplatz, der sich hinter Lagerschuppen und Service-Gebäude befindet, wird mit einem Maschendrahtzaun vom Nachbarweiher abgetrennt.

Huber betonte, dass die sogenannten Dumper-Baumaschinen, mit denen Wurzer am Weiher unterwegs ist, eine besonders naturschonende Arbeitsweise garantierten. Der Dorfener Grünen-Kreisrätin Ursula Frank-Mayer wurde es an dieser Stelle zu viel. Es sei doch logisch, dass naturnah vorgegangen werden müsse. „Das kann ich mir doch nicht immer ans Revers heften. Mir reicht’s langsam“, meinte sie genervt unter anderem zu ihrer Parteikollegin Helga Stieglmeier, die nach der Begehung betonte, dass der Standort für den Zeltplatz aus Grünen-Sicht nach wie vor der falsche sei.

Zur Sprache kamen auch die Wünsche des Notzinger Ortsausschusses, die der Bauausschuss des Kreistags am Montag um 14 Uhr im Landratsamt behandeln wird. Eingangsbereich und Sandkasten sollen auf Wunsch der Notzinger Vertreter kindgerechter gestaltet, Letzterer um ein Klettergerüst ergänzt werden. An drei Stellen soll es Einstiegshilfen für ältere Menschen geben – wahrscheinlich aus Beton, weil sich dies am Thenner Weiher bewährt habe, so Huber.

„Ich sag’s gleich, es sieht ein bisserl wild aus“, kündigte er an, als es zum künftigen Sanitätsraum im Kiosk ging. Dieser sei bislang eine Lagerstätte gewesen. Liege, Verbandskasten und Rettungsring bringe man darin unter – mehr nicht. „Man sieht, dass das eine sehr provisorische Einrichtung ist“, sagte Huber. Der Kiosk werde nicht saniert. Pächter Heinrich Link sei für ihn verantwortlich.

Grünen-Kreisrat Stephan Glaubitz wollte vom Landrat wissen, ob bei den Planungen der Bund Naturschutz (BN) mitreden dürfe. Dieser hat bekanntlich seine Klage gegen den Zeltplatz zurückgezogen. Nein, stellte Bayerstorfer klar. Das Landratsamt habe die Fachleute dafür im eigenen Haus. Glaubitz wollte noch wissen, ob der Kreisjugendring (KJR) in Sachen Feuerschalen und Hängematten beteiligt werde. „Er war von Anfang an mit einbezogen“, antwortete der Landrat.

Der Zeltplatz, der den Landkreis 2,5 Millionen Euro kostet, soll im Sommer 2019 fertig sein. Derzeit sei alles im Zeitplan. Der Platz richtet sich vor allem an Jugendliche aus dem Landkreis mit Höchstalter 16 Jahre. Der KJR, der Belegungspläne und Anmeldung übernimmt, habe von großem Interesse berichtet, so Bayerstorfer.

Von 22 bis 6 Uhr ist Zapfenstreich, es herrscht striktes Alkoholverbot auch für Erwachsene. Was könne man tun, wenn Camper noch ein paar Spezln zu sich zum Feiern rufen, wollte ein besorgter Anwohner wissen: „Ich bin der Nächste, der mit dem Schlafzimmer vorn dran ist.“ Nicht viel, so der Landrat: „Das Betretungsrecht kann man ihnen nicht nehmen.“

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