Der Flughafen München steht so gut wie still. Das wird in Oberding zu erheblichen Gewerbesteuerausfällen führen. Deshalb musste nun der Haushalt angepasst werden.
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Wird in der Gemeindearbeit mit deutlich weniger Mitteln auskommen müssen: Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke.

Bis zur Normalität wird es noch dauern

Wegen Corona: Oberding streicht 17 Millionen Euro Gewerbesteuer aus dem Haushalt

Der Flughafen München steht so gut wie still. Das wird in Oberding zu erheblichen Gewerbesteuerausfällen führen. Deshalb musste nun der Haushalt angepasst werden.

Oberding– „Wir müssen auch in Oberding den Gürtel enger schnallen“, war das Corona-Fazit des Bürgermeisters Bernhard Mücke in der zweiten Sitzung des Oberdinger Gemeinderats. Denn die Pandemie wird auch auf die wohlhabende Gemeinde erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Die ersten Entwürfe der Vermögens- und Verwaltungshaushalte 2020 hatten die Oberdinger Räte bereits Anfang März bekommen. Ende April informierte Mücke die Gremiumsmitglieder über die Auswirkungen der Pandemie. Nun gab es Änderungen. Der dickste Brocken: die Gewerbesteuer. Mücke dazu: „In den vergangenen Jahren hatten wir immer 30 Millionen plus X.“ Auch im ersten Entwurf waren bei diesem Posten noch 21 Millionen Euro angesetzt – jetzt sind es nur noch vier Millionen Euro.

Trotz Lockerungen: Wirtschaft wird sich sehr langsam erholen

„Die Rückkehr in die Normalität wird noch eine Weile dauern“, erklärte Kämmerer Georg Neudecker, „auch wenn jetzt peu à peu Lockerungen kommen, wird sich vor allem die Wirtschaft nicht so schnell von der Krise erholen“. Deshalb sei der ursprüngliche Ansatz nicht mehr machbar gewesen. Die nun angesetzten vier Millionen Euro seien realistischer: „Wenn es mehr wird, ist es natürlich gut, aber wir müssen von vier Millionen ausgehen.“ Mücke erzählte, dass er bei der Entwurfsänderung nicht so optimistisch war, wie Neudecker: „Ich hätte bei der Gewerbesteuer Null angesetzt, der Kämmerer geht von vier Millionen aus.“

Außerdem sollen aus den Rücklagen etwa 19,8 Millionen Euro entnommen werden. Ursprünglich waren 10,6 Millionen Euro angesetzt. Ausgaben für den Umbau der Außenanlagen der Realschule, die Planung und den Bau der Obdachlosenunterkunft oder des Um- und Neubaus des Bauhofs werden teilweise auf die Finanzplanung für 2021 oder 2022 verlegt. Auch die Umstellung der Straßenbeleuchtungen auf LED im Gemeindegebiet wird auf die kommenden Jahre verschoben. „Hier sind noch etwa 200 Lampen umzurüsten“, erklärte Mücke, der sich auch schon mit Verantwortlichen des Airports im Erdinger Moos ausgetauscht hat: „Der Flughafen wird auch nächstes Jahr nicht wieder normal laufen.“ Man hätte ihm gesagt, dass eine Rückkehr zu Vor-Corona-Verhältnissen mindestens drei bis vier Jahren dauern werde. Das habe dann logischerweise auch Auswirkungen auf das übrige Gewerbe. Die meisten Betriebe in Oberding seien entweder direkt am Flughafen oder zumindest eng mit ihm verknüpft.

Keine Kreditaufnahme geplant

Kopfschmerzen könnte der Gemeinde auch die Kreisumlage bereiten. Denn die sei immer zwei Jahre später fällig. „Das heißt, dass die Kreisumlage für 2019, das ein sehr gutes Jahr war, erst 2021 fällig sein wird“, so der Rathauschef weiter. Das sei allerdings noch in weiter Zukunft, und man werde sicherlich Lösungen finden. Die Krise betreffe schließlich nicht Oberding allein.

Eine Kreditaufnahme sei in diesem Jahr nicht vorgesehen, ebenso wenig in den nächsten Jahren.

Georg Stemmer wollte wissen, ob für die neue Sportanlage des TuS Oberding etwas eingeplant sei. Mücke verneinte: „Da müssen wir erstmal die Grundstücke besorgen und können dann weiterschauen. Im Haushalt ist das noch nicht eingeplant.“

Mayls Majurani

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