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Wegen ihm mussten Familien ausziehen: Fall eines Sexualstraftäters aus dem Senegal abgeschlossen

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Von: Markus Schwarzkugler

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Die Flüchtlingsunterkunft in Oberding. © fse (Archiv)

Wegen eines Sexualstraftäters aus dem Senegal mussten Flüchtlingsfamilien aus der Aufkirchner Asylbewerberunterkunft ausziehen. Jetzt kann unter den Fall ein Schlussstrich gezogen werden.

Oberding – Der senegalesische Sexualstraftäter, der die Gemeinde Oberding heuer auf Trab gehalten hat, ist abgeschoben. Das hat Bürgermeister Bernhard Mücke dem Erdinger Anzeiger bestätigt. Wie berichtet, hatten für seine Unterbringung in der Aufkirchener Flüchtlingsunterkunft an der Flughafentangente Ost (FTO) vier Familien ausziehen müssen

Die verdrängten Familien von Oberding wollen nicht mehr zurück

Demnächst könnten dort wieder Familien einziehen. Ob es jedoch dazu kommt, macht Andrea Hartung vom Asylhelferkreis von einer Bedingung abhängig. „Mein Wunsch wären fünf bis acht Familien“, sagt die Gemeinderätin. Nur dann mache es Sinn, Kinder nach Oberding zu holen. Wirklich kindgerecht sei die Situation in der Containeranlage an der FTO nämlich nicht. Derzeit leben dort 80 alleinstehende Flüchtlinge. Dass die vier Familien – ein kinderloses Ehepaar mit eingerechnet –, die dem wegen sexueller Nötigung verurteilten Intensivstraftäter weichen mussten, zurück nach Oberding kommen, schließt Hartung aus. „Sie wollen nicht mehr zurück“, sagt sie. In München seien sie nämlich „sehr gut untergebracht“. Dort hätten sie viele Kinder um sich herum, 90 Prozent in der Unterkunft seien Familien mit Nachwuchs. 

Was laut Hartung zudem für den Standort München spricht: Es sei dort leichter, eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Sie berichtet von einem afghanischen Familienvater, der in Erding an keinen Job gekommen ist, in der Landeshauptstadt aber schon. „Das finde ich schon bezeichnend“, sagt Hartung. In Erding habe man nach dem Antrag auf Arbeitserlaubnis mindestens drei Monate Wartezeit. 

Sollten einmal ausreichend Familien in Aufkirchen einziehen, würde die Asyl-Expertin das begrüßen: „Für die Gesamtsituation wäre das nicht schlecht“, findet sie. Mit Kindern sei es leichter, den sozialen Frieden in der Containeranlage aufrecht zu erhalten. „Da kriegen junge, alleinstehende Männer eine andere soziale Bindung.“ 

Der Sexualstraftäter von Oberding hatte zwei Mal gegen Auflagen verstoßen

Der nun abgeschobene Senegalese hatte drei Jahre und fünf Monate in Bayreuth abgesessen. Dann ging es nach Aufkirchen, wo er nur drei Wochen bleiben sollte, weil er gegen zwei Auflagen verstieß. Einmal hatte er seine Fußfessel nicht rechtzeitig aufgeladen, einmal kam er abends zu spät zurück zur Unterkunft. Deswegen landete er in U-Haft, und vor dem Amtsgericht Erding wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt. Diese verbrachte er in Landshut, bis er im November dann abgeschoben werden konnte. Bekanntlich kein leichtes Unterfangen, weil der Mann lange Zeit unterschiedliche Angaben über seine Nationalität gemacht hatte.

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