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Die Kirche St. Martin in Niederding

Gemeinderat gewährt nun auch den dritten Zuschuss für die Niederdinger Kirche

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Soll die Gemeinde Oberding nun schon zum dritten Mal die Renovierungsarbeiten an der Niederdinger Kirche St. Martin und an deren Friedhofsmauer bezuschussen? An dieser Frage hatte sich in einer Gemeinderatssitzung Ende Mai eine intensive Debatte entzündet (wir berichteten). Jetzt lagen genauere Zahlen vor, und so war die Stimmung im Gremium gleich wesentlich entspannter. Der Zuschuss in Höhe von gut 2800 Euro wird gewährt.

Niederding– Zunächst hatte die Katholische Kirchenstiftung 2014 um einen Zuschuss gebeten, damals belief sich die Kostenschätzung noch auf knapp 60 000 Euro. Die Gemeinde bezahlte davon zehn Prozent, also 6000 Euro. Als die Kosten im Vorjahr dann noch mal stiegen, bezuschusste die Kommune die Renovierung mit weiteren gut 2700 Euro.

Als nun klar war, dass die endgültigen Kosten 115 000 Euro und damit fast das doppelte betragen als ursprünglich gedacht, wurde es so manchem Rat zu viel. „Die jüngste Schätzung war 2019. Wir haben schon damals diskutiert, und jetzt reicht das Geld wieder nicht“, hatte etwa Wolfgang Hirner in der Sitzung Ende Mai kritisiert.

Die Verwaltung fragte daraufhin bei der Pfarrkirchenstiftung nach. Diese verwies darauf, dass Kostenschätzungen im Baubereich einer Toleranz von plus/minus 30 Prozent unterliegen. „Die Baupreissteigerung in den letzten fünf Jahren lag durchschnittlich bei circa 3,5 Prozent im Jahr. Dies erklärt insgesamt über die Jahre hinweg mehr als 17 Prozent der Mehrkosten“, so die Stiftung.

Der größte Anteil der Kostensteigerung ist ihr zufolge aber schlicht darin begründet, dass letztlich mehr Bauarbeiten durchgeführt wurden als zunächst gedacht. Der Sockelbereich, der optisch „in überwiegend noch annehmbarem Zustand“ gewesen sei, „musste aufgrund bauphysikalischer Erfordernis ebenso erneuert werden wie die 2,5 Meter Putz darüber“. Die Folge seien weitere Arbeiten am gepflasterten Weg um die Kirche gewesen, da dieser direkt an die Fassade anschließe und für die Abdichtungsarbeiten am Sockel teilweise habe zurückgebaut werden müssen – eine Preissteigerung um 68 Prozent im Vergleich zur Schätzung 2014.

Falls der Zuschuss nicht gewährt werden würde, werde die Stiftung von St. Martin Eigenmittel mobilisieren. Sie warnte jedoch davor, dass dann allerdings andere Projekte vor Ort aufgeschoben, blockiert oder gar verhindert würden. Die Rücklagen der Stiftung seien bereits alle in der Fassadensanierung aufgegangen.

So weit muss es nun allerdings nicht kommen. Nicht nur Bürgermeister Bernhard Mücke sprach sich für den Zuschuss aus, sondern auch alle weiteren Räte. „Wir würden ja nicht die Kirche als solche abstrafen, sondern die Niederdinger“, gab etwa Dirk Lippold zu bedenken. Und Vize-Bürgermeister Anton Nußrainer ergänzte: „Wir haben eine der schönsten Kirchen im Landkreis Erding.“

Die Gemeinde übernimmt erneut zehn Prozent der jüngsten Kostensteigerung, die sich auf gut 28 000 Euro beläuft.

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