Franz Hellinger war der unermüdliche Antreiber Schwaigs. Nun ist der Ehrenvorsitzende des FC Schwaig und langjährige Gemeinderat im Alter von 75 Jahren verstorben.
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Franz Hellinger (†). Der Schwaiger (75) hat sich für seinen Heimatort über die Maßen engagiert.

Ehrenvorsitzender des FC Schwaig wurde 75 Jahre alt

Franz Hellinger ist verstorben: Antreiber mit Weitblick und Heimatliebe

  • vonRainer Hellinger
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Franz Hellinger war der unermüdliche Antreiber Schwaigs. Nun ist der Ehrenvorsitzende des FC Schwaig und langjährige Gemeinderat im Alter von 75 Jahren verstorben.

Schwaig – Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man sagt, dass mit dem Tod von Franz Hellinger am frühen Dienstagmorgen ein bedeutendes Kapitel in der Historie von Schwaig zu Ende gegangen ist. Er hat so viel für seinen Heimatort getan. Jetzt starb er im Alter von 75 Jahren.

Speziell sein Herzensverein, die Sportfreunde vom FC Schwaig, profitierten über Jahrzehnte von seinem Wissen, seinem visionären Denken und seinem bedingungslosen Einsatz. Franz Hellinger war 25 Jahre lang Vorsitzender des Clubs, danach Ehrenvorsitzender. Zudem half er 36 Jahre lang als Gemeinderat mit, die Zukunft von Oberding zu gestalten. Nicht zu vergessen sein zehn Jahre andauerndes Amt als Schützenmeister von Neu-Edelweiß Schwaig.

Der Motor von Schwaig

Franz Hellinger war einer der unermüdlichen Motoren von Schwaig, ein Antreiber mit Weitblick, der stets ganz vorn zu finden war, wenn es darum ging, seine für manche futuristisch anmutenden Pläne in die Tat umzusetzen. So manches Mal sah sich Hellinger mit Gegenwind konfrontiert, doch ganz Sportsmann nahm er auch übertrieben angriffslustig formulierte Standpunkte politischer Gegner nicht persönlich.

Mit seiner Offenheit und Umsicht sorgte er speziell beim FC Schwaig dafür, dass sich der Club zu dem entwickeln konnte, was er heute ist: Ein moderner und gesunder Verein, der trotz Veränderungen nie seine Herkunft und seine mehr als 100-jährige Tradition vergisst.

Der FC Schwaig verdankt ihm sehr viel

Franz Hellinger war es, der den Baseballern der Red Lions eine Heimat beim FC Schwaig bot, er förderte Stockschützen- und Gymnastikabteilung entscheidend. Sein Credo lautete: Für jeden, ob jung oder alt, Mann oder Frau, schwarz oder weiß, soll der FC Schwaig ein Zuhause sein. Um den verdienten Mitgliedern seine Wertschätzung zu zeigen, führte er bereits vor Jahren den Schwaiger Seniorennachmittag ein, zu dem sämtliche älteren Sportfreunde einmal pro Jahr eingeladen und auf Kosten des Vereins bewirtet werden.

Franz Hellingers bauliches Vermächtnis kann jeder am Sportgelände sehen: Die Stockschützenhalle, die Sporthalle, den Soccer-Court sowie den Trimm-Dich-Pfad verdankt der FC Schwaig seinem klugen Vordenker. Außerdem sorgte er dafür, dass der Jugendraum seinen Platz im Vereinsheim fand.

Engagement auch mit fortgeschrittenen Alter

Ideen entwickeln, konkrete Pläne schmieden und schließlich die Umsetzung mit aller Kraft vorantreiben, das war das Leben von Franz Hellinger. Dabei setzte er sein Geschick stets zum Wohle aller ein, mit maximaler Eigenleistung schaffte er es zudem, dass die Kosten der Projekte für Club und Gemeinde so gering wie möglich gehalten werden konnten.

Selbst im fortgeschrittenen Alter war er zusammen mit seinen Freunden, der von ihm liebevoll bezeichneten „Rentnerband“, immer vorn dabei, wenn gepflastert oder ein neuer Ballfangzaun gebaut wurde. Überhaupt verging kaum ein Tag, an dem Franz Hellinger nicht am Schwaiger Sportgelände vorbeischaute.

Familienmensch und Mechanikermeister

Privat war Franz Hellinger ein Familienmensch. Mit seiner Frau Fini war er seit mehr als einem halben Jahrhundert glücklich verheiratet, aus der Ehe gingen die drei Kinder Franz jun., Claudia und Ingrid hervor. Ihnen war er ein liebevoller und fürsorglicher Vater, seinen Enkeln und Urenkeln ein wunderbarer Opa.

Auch als Kfz-Mechanikermeister zeigte er schon früh Unternehmergeist. Als junger Familienvater machte sich Franz Hellinger selbstständig, mit Fleiß und handwerklichem Geschick schaffte er es, in wenigen Jahren Chef einer gut laufenden Werkstätte samt Autohaus zu werden. In diesem Familienunternehmen hatte er bis zuletzt seine Lieben tagtäglich um sich, dies war ihm eine echte Herzensangelegenheit.

Der Mann, der vor nichts und niemandem Angst hatte

Schatten legten sich auf das Leben von Franz Hellinger erst, als bei ihm vor einigen Jahren Parkinson diagnostiziert wurde. Diese heimtückische Krankheit setzte ihm zu, jedoch ließ es sich der unermüdliche Kämpfer nie anmerken, wenn die Schmerzen und Beeinträchtigungen besonders stark waren. Ungleich schlimmer traf es ihn, als er vor einem Dreivierteljahr bei einem Unfall seinen geliebten Sohn verlor.

Nun also folgt er ihm. Nach so vielen Siegen in seinem Leben musste sich dieser starke und umtriebige Mann im Kampf gegen die Krankheit geschlagen geben. Er wird für viele ein Vorbild bleiben. Der Mann, der vor nichts und niemandem Angst hatte, bewahrte sich bis ins hohe Alter eine gesunde Neugier und liebte das Leben. Ihn nun nicht mehr unter uns zu wissen, ist ein schwerer Schlag für alle, die ihn kannten.

Doch auch wenn sein Platz auf der Tribüne des FC Schwaig von nun an leer bleiben wird, so bleibt doch sein Vermächtnis. Besonders die Menschen in Schwaig werden deshalb das Andenken an Franz Hellinger in ihren Herzen tragen.

von Rainer und Robert Hellinger.

Die Autoren sind die Neffen des Verstorbenen.

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