Der Flughafen München braucht in Oberding neue Antennenmasten. Der Oberdinger Gemeinderat ist allerdings skeptisch und stellt sich vorerst dagegen.
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Für die Kontrolle des Luftraums sowie der An- und Abflüge am Flughafen München reicht der Tower allein nicht aus - es sind auch die Radartürme und Antennenmasten in Oberding und Marzling nötig.

Gemeinde befürchtet negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Oberding lehnt neue Antennenmasten vom Flughafen vorerst ab

Der Flughafen München braucht in Oberding neue Antennenmasten. Der Oberdinger Gemeinderat ist allerdings skeptisch und stellt sich vorerst dagegen.

Oberding– Zwischen Notzing und Hallbergmoos steht auf Oberdinger Flur ein Radarturm und ein Antennenmast des Flughafens. Diesen sogenannten Airport Surveillance Radar (ASR) Süd sowie sein Gegenstück ASR Nord auf Marzlinger Flur (Kreis Freising) will die Flughafen München GmbH erweitern. Doch in der jüngsten Sitzung stellte sich der Oberdinger Gemeinderat vorerst gegen dieses Vorhaben.

Diese Flugnavigationseinrichtungen in Oberding und Marzling dienen der Kontrolle des Luftraums sowie der An- und Abflüge am Flughafen München. Die Erweiterung ist wichtig für die Drehkreuz-Funktion des Moos-Airports. Denn im derzeit üblichen 25-kHz-Kanalraster sei ein „Sättigungsgrad erreicht, der die Zuweisung neuer, betrieblich erforderlicher Frequenzen zunehmend erschwert und künftig sogar unmöglich macht“, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt. Deshalb müsse ein 8,33-kHz-Kanalraster eingeführt werden, „das eine deutlich höhere Anzahl von Frequenzkanälen bietet“. Dafür sei eine Erweiterung der Betriebsfläche am ASR Süd westlich und nördlich um insgesamt 1575 Quadratmeter erforderlich. Dort sollen dann die jeweils 39 Meter hohen Masten aufgestellt werden. Der Radarturm bei Notzing hat eine Höhe von rund 49 Metern.

Bedenken im Gemeinderat

Das neue Kanalraster mit einer dichteren Frequenz ist auch der Grund für die Zweifel im Gemeinderat. „Können wir mal fragen, wie sich das auf Mensch und Tier auswirkt?“, wollte Matthias Reitinger (WG Notzing) wissen. Denn um den ASR Süd herum gebe es viele landwirtschaftliche genutzte Flächen. „Wie stark werden sie bestrahlt?“

Die Bedenken Reitingers teilte das gesamte Gremium, zu Diskussionen kam es nicht. Mücke: „Dann fragen wir mal nach und warten auf eine Antwort, bevor wir etwas beschließen. Vielleicht kommt sogar jemand in eine Sitzung und erklärt uns die Einzelheiten.“ Einstimmig wurde der Antrag schließlich vorerst abgelehnt.

Mayls Majurani

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