„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Die Pfarrer-Mittermair-Straße in Aufkirchen war einer der Brennpunkte der Verkehrsschau. Die Straße führt hinunter zur Montessori-Schule. 

Raser, Wildparker und Co.

Gegen die Anarchie auf der Straße - Oberding schnürt Maßnahmenpaket

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Rasen, Wildparken, Anfeinden von Verkehrsteilnehmern: Das sind nur ein paar Beispiele für die Probleme auf den Straßen der Gemeinde Oberding. Vor zwei Wochen fand an drei Orten eine Verkehrsschau statt. Die Ergebnisse und künftige Maßnahmen hat der Gemeinderat nun in seiner Sitzung am Dienstagabend intensiv diskutiert. Die Problematik geht weit über die drei untersuchten Straßen hinaus.

VON MARKUS SCHWARZKUGLER

Oberding – An der Schloßstraße in Notzing wird die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h oft nicht eingehalten. Hinzu kommt: „Das ist eine reine Abkürzungsstraße“, sagte Bürgermeister Bernhard Mücke. Etwa, wenn man sich die Ampel auf dem Weg von Moosinning nach Hallbergmoos sparen wolle.

Der im vergangenen Jahr gemessene Spitzenwert lag bei 71 km/h. 2019 wurden zwei mobile Messanlagen aufgestellt, die Mücke zufolge bereits Wirkung gezeigt haben. Künftig sollen die beiden Geräte dauerhaft an der Schloßstraße installiert und mit dem Zusatzschild „Radarkontrolle“ versehen werden. Zudem soll ein Piktogramm mit der Zahl 30 auf die Straße aufgetragen werden.

Aus dem Gremium wurde nach Hindernissen gefragt, die die Raser ausbremsen könnten. „Das haben wir mal mit einem landwirtschaftlichen Anhänger probiert“, berichtete Mücke. Das erzeuge jedoch Lärm durch Bremsgeräusche. Hinzu komme, dass dann auch Landwirte behindert werden könnten.

Und wie sieht es mit einer Verkehrsüberwachung aus? Nach nur 20 Minuten seien dann die Autofahrer über alle möglichen Kanäle darüber informiert. „Darum hatten wir dort vergangenes Jahr keine Chance, als wir dort drei Stunden gestanden sind“, sagte der Bürgermeister.

Und feste Blitzer – an diversen Stellen im Gemeindegebiet? Mücke wiederholte auf diese Frage etwas, das er schon einmal im Rat verkündet hatte: In Bayern gebe es dafür strenge Auflagen. „Wir sind zwar dran, aber es ist momentan ein langer Weg“, sagte Mücke. Feste Blitzer kämen nur an Unfallschwerpunkten in Frage. Das sei etwa an der Notzinger Schloßstraße nicht der Fall.

Schulstraße in Schwaig

Die Anwohner der Schwaiger Schulstraße ärgern sich über wildes Parken entlang der ganzen Straße. So werde die Sicht beim Herausfahren aus der Zufahrt eingeschränkt. Auch der Winterdienst und landwirtschaftlicher Verkehr würden durch Parker beeinträchtigt. Als mögliche Lösung schlug Mücke Halteverbotszonen vor. „Es ist nur sehr schwer, da wirklich was vernünftig auszuweisen“, musste er aber hinzufügen. Nach dem Beschluss des Gemeinderats sollen nun mögliche Flächen geprüft werden. „Das finde ich gut, vielleicht können wir auch für andere Straßen daraus was lernen“, meinte 3. Bürgermeister Franz Schweiger dazu.

Die Halteverbotszonen sollen einen Schilderwald verhindern. Zudem ist nun angedacht, Parkplätze durch Markierung mit Zusatzschildern freizugeben.

Pfr.-Mittermair-Straße in Aufkirchen

Auch die Tempo-30-Zone an der Pfarrer-Mittermair-Straße in Aufkirchen wird oft missachtet. Hinzu kommen über einen längeren Zeitraum auf den Parkplätzen abgestellte Anhänger. Dem soll nun mit dem Zusatzschild „Personenkraftwagen“ begegnet werden. Parken dürfen dann nur noch Pkw mit maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Zur Verdeutlichung der Vorfahrt könnte die Straße mit einer durchbrochenen Wartelinie gekennzeichnet werden.

Immer Ärger mit Dauerparkern

Das Thema Dauerparker hält die Räte auf Trab. „Es werden immer mehr Flughafen-Parker“, befand Christian Kaiser. Solche hat Matthias Reitinger an der Garten- und Blumenstraße in Notzing ausgemacht. Oder Georg Stemmer an der Kirchenstraße in Schwaig: „Da ist ein Dauerparker hinten. Der ist immer da.“ Mücke nahm letztlich die Anregung Reitingers auf, das Parken durch Schilder an diversen Stellen zeitlich zu begrenzen. Etwa von 10 bis 16 Uhr, wie es auch an den Bürgerhäusern gehandhabt wird. „In Aufkirchen haben wir mittlerweile drei alte Autos entfernt“, berichtete der Gemeindechef weiter.

Für die kommunale Verkehrsüberwachung hat die Gemeinde eine Kraft angestellt. Die Frau werde immer wieder angegangen. „Ich habe ihr schon empfohlen, nicht mit den Leuten zu reden, sondern nur den Strafzettel zu geben“, so Mücke.

Autofahrerin bespuckt

Michael Kattner wollte noch wissen, ob denn die Kraft nicht auch am Klosterweg in Niederding einschreiten könne. Die Anwohner dort benutzen bekanntlich derzeit einen eigentlich nicht für Autos zugelassenen Weg, weil sie wegen der Arbeiten an der Kreisstraße ED 9 nicht anders können. Eine Anwohnerin sei kürzlich von einem Radfahrer bespuckt worden, weil sie den Weg mit dem Auto benutzt hatte, berichtete Kattner. Mücke meinte dazu, dass die Verkehrsüberwachung hier nicht auch noch eingreifen könne. „Soll sich die Frau zehnteln?“, fragte er und appellierte an die gegenseitige Rücksichtnahme. Zudem sei der Weg bereits entsprechend beschildert.

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