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Als „Volltreffer“ bezeichnete Bürgermeister Bernhard Mücke den Fund auf der Fläche des Schulsportanlagen-Neubaus.

Ein Krieger aus dem 5. Jahrhundert

„Volltreffer“ auf der Schulsportanlage: Spätantikes Grab in Oberding gefunden

An der Oberdinger Dreifachturnhalle wird eine Schulsportanlage errichtet. Dort gab es nun einen archäologischen Fund: ein damals 20-, heute eher 1600-jähriger Krieger.

Oberding– „Uns ist ein Volltreffer gelungen“, sagte Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke, als er in der letzten Sitzung den Gemeinderat über den Neubau der Schulsportanlage informierte. Dort wurde nämlich ein Grab aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts gefunden.

Eine Überraschung sei das für Birgit Anzenberger vom Archäologischen Büro Anzenberger & Leicht in Furth (Kreis Landshut) nicht gewesen: „Wir waren schon beim Schul- und Turnhallenbau fündig. Unter der Turnhalle fanden wir damals bronzezeitliche Gruben, vermutlich Opfergruben.“ Auch unter der Schule habe es Hinweise zu einer römischen Siedlung in der Nähe gegeben. „Wir wussten, dass wir auf der Fläche der Schulsportanlage sicherlich etwas finden werden“, so Anzenberger.

20-jähriger Krieger mit Schwert

Dieses Etwas, ein stattlich gebauter Krieger wurde schließlich auch gefunden und ausgegraben. Der bei seinem Tode etwa 20-Jährige wurde mit einem Schwert, einem 70 Zentimeter langen Sax, begraben. Außerdem fand sich eine Brosche, „ein typischer Mantelverschluss in dieser Zeit“, so Anzenberger. Auch verschiedene Eisenobjekte lagen im Beckenbereich des Mannes, das auf einen Gürtel hinweist.

Spannend sei der Fund, weil die Grabbeilagen auf eine Zeit des Wandels hinweisen, erklärt Anzenberger. „In dieser Kombination deuten die Grabbeigaben auf sich überschneidende Zeitalter. Das war der Übergang von der Spätantike ins frühe Mittelalter“, berichtet die Niederbayerin. „Etwa zu dieser Zeit endet die römische Herrschaft nördlich der Alpen.“ Im Zuge dessen sei die germanische Kultur immer präsenter geworden.

Fund gehört der Gemeinde Oberding

Nun wird der Ur-Oberdinger von einem anthropologischen Team untersucht, etwa um sein genaues Alter zu ermitteln. Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, kehrt das Skelett zurück nach Oberding. 

„Es gehört der Gemeinde, wir dürfen entscheiden, was damit passiert“, so Mücke in der Gemeinderatssitzung, der selbst etwas aufgeregt über den Fund wirkte. „Vielleicht können wir es ja im Museum Erding ausstellen, nachdem wir in unserer Gemeinde kein eigenes Museum haben. Dort gibt es auch schon einige Fundstücke aus Oberding“, so eine erste Überlegung des Bürgermeisters. Diesbezüglich habe es allerdings noch keine Gespräche gegeben.

Mit weiteren Funden rechnet Anzenberger eher nicht: „Mit dieser Bestattung sind die besonderen Befunde und Funde auf der Fläche ausgegraben.“ Im Nachgang gebe es nur wenig aufregende Kleinigkeiten, die zeitnah gegraben und dokumentiert werden, so die Geschäftsleiterin des Ärchaologischen Büros.

Mayls Majurani

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